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Im Angesicht des Mondes

Avantasia
Das Märchen erhält ein neues Kapitel: Auf "Moonglow" reichern Avantasia einmal mehr ihre melodische Variante des Heavy Metal mit Bombast und prominenten Gästen an.

Avantasia standen 2016 für einen kurzen Moment auch für das breitere deutsche Musikpublikum im Fokus: Ihr Song "Mystery Of A Blood Red Rose" schaffte es im Vorentscheid des Eurovision Song Contest bis ins Finale. Das ist für eine Heavy-Metal-Band durchaus beachtenswert, wenngleich es schlussendlich nur für den dritten Platz und damit nicht für die ESC-Teilnahme reichte. In ihrem eigenen Metier, dem opulenten Melodic Metal, ist der Name Avantasia dagegen seit fast zwei Jahrzehnten auf dem Siegertreppchen anzutreffen. Auch das neue Album "Moonglow" hängt die Konkurrenz wieder mühelos ab.

Ausverkaufte Konzerte rund um den Globus, Headliner-Positionen auf den größten Festivals, Top-Ten-Platzierungen, Titelstories in allen wichtigen Szenemagazinen - Avantasia ist eine Erfolgsgeschichte, wie es sie im deutschen Heavy Metal nur selten gibt. Und es ist die Geschichte von Tausendsassa Tobias Sammet, auch bekannt als Frontmann der Band Edguy. 2001 verwirklichte er seine Idee eines groß angelegten und mit reichlich Gästepower versehenen Konzeptwerks. Damit es auch wirklich ein jeder verstand, erhielt das Avantasia-Debüt den großspurigen Titel "The Metal Opera". Das bis heute als Meisterwerk gefeierte Album war der Beginn einer ganzen Reihe von ebenso liebevoll ausgearbeiteten wie dick auftragenden Rockabenteuern.

"Das persönlichste Album, das ich jemals geschrieben habe" (Tobias Sammet)

"Moonglow" trägt die Nummer acht in dieser Reihe; das Grundkonzept hat sich kaum verändert. Stilistisch wird weiterhin zwischen Rock-Oper, Musical und Metal gependelt. Mit einer Oper im engeren Sinne hat das Ganze natürlich wenig zu tun. Meat Loaf statt Mozart, Wacken statt Wagner - so funktioniert Avantasia. Nach dem ausladenden Einstieg "Ghost In The Moon" wird mit "Book Of Shallows" eine kompromisslos hämmernde Nummer an den Start gebracht, welche mit Hansi Kürsch (Blind Guardian) und Mille Petrozza (Kreator) dann auch gleich zwei adäquate Gäste aus dem härteren Bereich begrüßt. Direkt im Anschluss bohrt sich der Titelsong mit Unterstützung von Ritchie Blackmores besserer Hälfte, Candice Night, ungeniert poppig in die Gehörgänge. Ein starkes Stück Musik, auch wenn der Refrain frappant an Nightwishs "Amaranth" erinnert.

Verspielte Longtracks und geradlinige Power-Metal-Hymnen: Die Mischung stimmt auch diesmal. Will man einen Unterschied zur bisherigen Ausrichtung des als "Rockevent" angepriesenen Projekts ausmachen, so ist dieser am ehesten in der persönlichen textlichen Note zu finden. "Narratives Of A Misplaced Entity", zu Deutsch in etwa "Erzählungen von einem deplatzierten Wesen", lautet der Untertitel zu dem Album , das ebenso fantasievolle wie bizarre Geschichten erzählt. Es gehe laut Sammet um ein "Wesen, das in der grellen Realität, in die es hineingeschaffen wird, keinen Platz findet", und damit meint der Musiker vielleicht auch sich selbst. Schließlich beschreibt er "Moonglow" als das "persönlichste Album, das ich jemals geschrieben habe". Diese zusätzliche inhaltliche Ebene macht die Musik nur noch interessanter.

Avantasia auf Tour:

30.03. Kaufbeuren, All Karthalle

03.04. Berlin, Huxley's

05.04. Ludwigsburg, Arena

06.04. Bamberg, Brose Arena

08.04. Fulda, Esperanto Halle

09.04. Saarbrücken, Saarlandhalle

12.04. Osnabrück, OsnabrückHalle

13.04. Hamburg, Mehr! Theater

14.04. Oberhausen, König Pilsener Arena

18.04. Offenbach, Stadthalle