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Spielen ja, durchspielen nein: So wenige Gamer schaffen es bis zum Abspann

Abbruch vor Abspann
Wissen Sie, was ein "Pile of Shame" ist? Gemeint ist der wachsende Stapel an Spielen, die man gekauft, aber bis heute nicht abgeschlossen hat. Eine Durchspiel-Analyse zeigt: Offenbar haben ganz schön viele Gamer dieses Problem - und es wird immer größer!

Schon zu PS2-Zeiten hatte Sony eine Markt-Studie in Auftrag gegeben, mit der man herausfinden wollte, wie viele Gamer welche Titel auch wirklich durchspielen. Die niederschmetternde Erkenntnis damals: Nur durchschnittlich zehn Prozent der jeweiligen Käufer halten bis zum Abspann durch.

Heute sind derartige Erhebungen dank Trophäen und Internet wesentlich leichter, aber das Ergebnis einer entsprechenden neuen Untersuchung ist kaum zufriedenstellender als damals: Zwar liegt die Durchspiel-Quote zwei- bis dreimal so hoch wie früher, aber bei den wenigsten Spielen schaffen es 50 Prozent oder mehr Kunden bis zum Ende. Top-Zahlen kann hier zum Beispiel Sonys PS4-Hit "God of War" vorweisen, bei dem immerhin 53,6 Prozent der Käufer mit Fiesling Baldur den Boden aufgewischt haben. Auch "Marvel's Spider-Man" bringt es mit 50,3 Prozent auf eine ansehnliche Quote. Nicht ganz so rosig sieht es bei "Uncharted 4" aus, denn nur 41,7 Prozent der Gamer haben die beiden Drake-Brüder bis zum Ende ihres Abenteuers begleitet. Etwas mehr Durchhaltevermögen hat da schon die Nischen-Käuferschaft hinter SEGAs "Yakuzua Kiwami 2": Hier sind es ganze 49,1 Prozent.

Danach gilt: Je umfangreicher das Spiel, desto weniger Kunden haben es bis zur Endsequenz geschafft. Im Falle von "Darksiders 3" waren es nur 37,9, bei Ubisofts Open-World-Brocken "Far Cry 5" lediglich 35,8 und bei "Persona 5" 34,5 Prozent. Noch schlechter stehen "Assassin's Creed: Odyssey" mit mickrigen 24,6 und "Red Dead Redemption" mit gerade mal 22 Prozent da.

Das knallharte Pixel-Spektakel "Dead Cells" schafften gerade einmal 15 Prozent und das Remake von "Crash Bandicoot" 12,6 Prozent der Spieler. Im Falle von Crahs "N. Sane Trilogy" hat wohl vor allem der Nostalgiefaktor dafür gesorgt, dass viele Gamer zum Geldbeutel gegriffen haben: Man wollte mithilfe der Neuauflage kurz und wohlig in alten Erinnerungen schwelgen - und erst danach hat man überrascht realisiert, wie verdammt hart der Jump&Run-Oldie eigentlich ist.

Wenig aussagekräftig sind natürlich die Durchspiel-Raten bei umfangreichen Spielen wie "Red Dead Redemption 2" oder "Assassin's Creed: Odyssey", die nur wenige Monate auf dem Buckel haben: Beide Titel sind darauf ausgelegt, die Käufer über viele Monate bei der Stange zu halten und sind fast unmittelbar hintereinander erschienen. Gut möglich, dass beide Spiele während des laufenden Jahres um noch zehn oder mehr Prozent zulegen.