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Der Rapper sieht im Fußball den Nährboden für Rassismus

Samy Deluxe
Samy Deluxe vergleicht in einem Interview das Verhalten von Fußball-Fans mit dem von Rassisten - das stößt vielen Menschen in den Sozialen Medien sauer auf.

Durch sein kontroverses Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" sorgt der Rapper Samy Deluxe ("Weck mich auf") derzeit für heftige Diskussionen im Netz. So behauptet der 41-Jährige: "Die salonfähigste Art, Rassismus in Deutschland zu promoten, ist Fußball. Für mich ist er der Inbegriff des Rassismus." Der Vergleich zwischen dem Volkssport Nummer eins und der fremdenfeindlichen Ideologie stößt laut Medienberichten in den Sozialen Medien auf Unmut und heftige Kritik.

So schreibt beispielsweise ein Nutzer auf Facebook: "Für mich ist diese Aussage der Inbegriff der Dämlichkeit." Ein anderer meint: "Einen Verein kann man auch ruhig über den anderen stellen. Das ist harmlos, das ist völlig egal. Einen Menschen aufgrund seiner Ethnie über einen anderen Menschen zu stellen hingegen nicht." Eine Nutzerin verteidigt den Musiker hingegen: "Schaut euch doch mal das Verhalten einiger Fangruppen an. Das Beleidigen und Beschimpfen anderer Fans und von Spielern anderer Mannschaften ist doch für viele normal und Teil der Fankultur. Dass das respektlos gegenüber anderen Menschen ist, fällt vielen dabei nicht auf."

"Freifahrtschein" für Fußball in Deutschland

Tatsächlich verweist Deluxe im Interview explizit auf verfeindete Fans und die Überhöhung des eigenen Klubs, um seinen polarisierenden Vergleich näher auszuführen: "Mit derselben Logik könnte man auch meinen, dass die eigene 'Rasse' überlegen ist." Ferner stört sich der afrodeutsche Musiker am "Freifahrtschein" des Fußballs in Deutschland: "Wenn nach einem Spiel irgendwelche Prügeleien ausbrechen, wird nie der Fußball dafür verantwortlich gemacht. Wegen solcher Vorfälle wurde noch nie ein Verein verboten." Ganz im Gegensatz zu gewalttätigen Vorfällen im Zusammenhang mit Rap-Veranstaltungen: "Wenn zum Beispiel bei zwei oder drei Rap-Konzerten in Hamburg Leute abgestochen werden, würde es dort nie wieder solche Konzerte geben."

Offensichtlich hat der Rapper in der vergangenen Zeit seine Haltung zur gesellschaftspolitischen Lage in der Bundesrepublik überdacht. War er laut Angaben des "Rolling Stone" "früher ein bekennender Nichtwähler", spricht sich Deluxe nun im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung" dafür aus, dass ein jeder von seinem Wahlrecht Gebrauch machen solle, um ein weiteres Erstarken der rechtspopulistischen AfD zu verhindern: "Jeder sollte wählen gehen, damit diese Idioten nicht noch erfolgreicher werden."