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Kein "The Division 2" auf Steam: Ubisoft arbeitet nicht mehr mit Valve zusammen

Ubisoft
Deutet sich im Online-Handel mit PC-Games ein Paradigmen-Wechsel an? Ubisoft will ab März von Steam zum Online-Shop von Epic Games wechseln, das erste betroffene Spiel wird "The Division 2".

Valves eCommerce- und Community-Portal Steam ist der unangefochtene Marktführer, wenn es um die digitale Distribution von PC-Spielen geht. Dabei ist der auch für den Verkauf von Indie-Games populäre Store inzwischen so erfolgreich, dass man fast schon von einem Monopol reden kann. Ein Umstand, der gerade den großen Spiele-Herstellern ein Dorn im Auge ist, weil sie einen spürbaren Anteil ihrer Erlöse an den Plattform-Betreiber abtreten müssen. Viel lieber möchten Top-Publisher die digitalen Versionen ihrer Spiele über eigene Store-Lösungen anbieten - wie Ubisofts Uplay, EA's Origin oder Blizzards Battle.net.

Das Problem dabei: Die meisten dieser Plattformen sind bei den Kunden nicht sonderlich beliebt. Zum einen, weil die Hersteller ihren Käufern nervtötende Online-Zwänge auferlegen. Zum anderen, weil die wenigsten User zig verschiedene Accounts anlegen möchten, um ihre Spiele zu kaufen. Darum haben manche Blockbuster-Hersteller - allen voran Ubisoft ? ihre Produkte trotz eigenem Shop auch weiterhin bei Steam angeboten. Schließlich will man sich keine potenziellen Kunden durch die Lappen gehen lassen. Umso verblüffender, dass der "Assassin's Creed"- und "Far Cry"-Hersteller jetzt angekündigt hat, dem bekannten Vertriebsportal künftig den Rücken zu kehren: Trotz des großen Steam-Erfolgs von "Far Cry 5" im vergangenen Jahr will man Steam künftig schneiden und die eigenen Spiele stattdessen ? zusätzlich zu Uplay ? im Konkurrenz-Store von "Fortnite"-Anbieter Epic Games vertreiben. Dessen Online-Shop floriert seit dem großen Erfolg der "Battle Royale"-Ballerei immer stärker, denn die PC- und Android-Fassungen des Online-Titels sind nur dort erhältlich.

Den Anfang will Ubisoft mit der Multiplayer-Schießerei "The Division 2" machen, die am 15. März erscheinen soll. Offenbar hat sich der französische Hersteller erst kürzlich für diesen Schritt entschieden, denn bis vor Kurzem wurde der Nachfolger des Action-Hits von 2016 noch auf Steam gelistet. Sollten sich künftig noch mehr namhafte Publisher für diesen Schritt entscheiden und Indie-Entwickler zunehmend in Richtung GOG ("Good Old Games") von "Witcher"-Macher CD Projekt abwandern, könnte es im Bereich der Online-Distribution zu einem Paradigmen-Wechsel kommen.