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In Miami nichts Neues

"Belleville Cop"
Krimikomödien im Stil der 80-er und frühen 90-er erleben einen neuen Aufschwung. Dass eine Wiederbelebung des Genres gar nicht so einfach ist, zeigt "Belleville Cop" - trotz toller Actionszenen.

Es ist natürlich kein Zufall, dass bei der französischen Krimikomödie "Belleville Cop" nicht nur der Titel, sondern auch der Inhalt stark an die Blockbuster der "Beverly Hills Cop"-Reihe erinnern. Regisseur und Drehbuchautor Rachid Bouchareb hat sich ganz bewusst dafür entschieden, auf den Retro-Zug aufzuspringen, der momentan durch die Kinos rollt. Eine gute Idee war das allerdings nicht - trotz einem tollen Omar Sy in der Hauptrolle.

Sy ("Ziemlich beste Freunde") spielt Baaba Keita, der seit vielen Jahren als Polizist im Pariser Stadtteil Belleville seinen Dienst tut. Baaba genießt seinen Job als Vorstadt-Bulle, der vor allem Taschendieben hinterherjagt und gemeinsam mit seiner Mutter (Schauspielerin und Sängerin Biyouna) für Recht und Ordnung sorgt. Eigentlich führt er ein bequemes Leben. Er schlägt ständig Beförderungen und damit verbundene Versetzungen aus - sehr zum Leidwesen seiner Freundin Lin (Diem Nguyen) - und genießt die Überschaubarkeit seiner Aufgaben. Als ihm eines Tages sein Freund Roland (Franck Gastambide) aus Miami einen Besuch abstattet, um Baaba ins Bild darüber zu setzen, dass ein riesiger Drogendeal ausgerechnet in seinem Viertel stattfinden soll, gerät seine Welt ins Wanken.

Immerhin: Die Action stimmt

Bevor der Vorstadt-Cop allerdings mehr Details erfahren kann, wird Roland umgebracht. Um Rache zu nehmen und mehr über den geplanten Drogen-Coup herauszufinden, fliegt Baaba kurzerhand mit seiner Mutter nach Miami. Dort trifft er den amerikanischen Polizisten Ricardo (Luis Guzmán), der so gar keine Lust hat auf die Unterstützung des französischen Cops mit den unkonventionellen Methoden.

Das für die französische Filmlandschaft luxuriöse Budget von "Belleville Cop" (mehr als 15 Millionen Euro) schlägt sich vor allem in den zahlreichen Actionszenen nieder, die aufwendig und beeindruckend gefilmt wurden. Das ist allerdings auch das Einzige, was an "Belleville Cop" überzeugen kann. Selbst Omar Sy, den man sonst immer gerne sieht, verliert sich in zu viel Slapstick und kann hier seinen Charme kaum ausspielen.

In den 80-ern mögen Komödien wie diese funktioniert haben. Heute aber wirkt ein Film wie "Belleville Cop" seltsam aus der Zeit gefallen. Trotz eines hohen Tempos kommt schnell eine gewisse Langatmigkeit auf. Der Film funktioniert zwar in weiten Teilen als Popcorn-Action-Kino, ihm fehlt es aber an Substanz und Charme. Selbst Omar Sy geht irgendwann die Puste aus, und auch das Zusammenspiel mit Luis Guzman verliert schnell an Drive. Gerade von einer französischen Komödie hätte man mehr erwartet.