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Mysterious Mermaids - Mi. 27.02 - ProSieben: 20.15 Uhr

ProSieben lässt die Meerjungfrauen los! Mit kindgerechter Unterhaltung à la "Arielle" hat das aber nichts zu tun - trotz Disney'scher Unterstützung.

Bristol Cove im US-Staat Washington rühmt sich damit, die Meerjungfrauen-Hauptstadt der Welt zu sein. Schließlich haben sich der Gründer der Stadt, Charles H. Pownall, vor 150 Jahren in eine ebensolche verliebt. Soweit die Legende. Doch es gibt, so will es die Fantasyserie "Mysterious Mermaids", einen wahren Kern: Die Sirenen existieren tatsächlich, haben aber mehr mit Raubfischen als mit den Menschen gemein. Ein solches Wesen geht dem Hochseefischer Xander (Ian Verdun) ins Netz, doch die Regierung ist sofort zur Stelle und beschlagnahmt die Kreatur. Deren Schwester Ryn (Eline Powell) eilt jedoch in menschlicher Gestalt zur Rettung herbei - und erhält dabei Hilfe von den beiden Meeresbiologen Ben (Alex Roe) und Maddie (Fola Evans-Akingbola). Pikant: Ben ist ein Abkömmling des Gründervaters - und seine Familiengeschichte ist weitaus brutaler und blutiger als vermutet ...

Drei Folgen zeigt ProSieben nun immer mittwochs direkt am Stück, die volle Ladung Mystery-Unterhaltung wartet also auf die Zuschauer. Und die können sich auf eine moderne, neue Variante des Meerjungfrauen-Mythos freuen, der mit "Arielle" so überhaupt nichts mehr gemein hat. Das ist vor allem aufgrund der Tatsache verwunderlich, dass Disney bei der neuen Serie seine Finger mit im Spiel hatte: In den USA debütierte das Format auf dem Pay-TV-Sender Freeform, vertrieben wird "Mysterious Mermaids" indes von Disney-ABC. Musical-Einlagen sollte aber niemand erwarten.

Stattdessen bietet die auf ein jugendliches Zielpublikum ausgerichtete Serie eine mit allerlei Rätseln und interessanten Figuren gespickte Geschichte, die zudem vor einigen brutalen und blutigen Szenen nicht Halt macht. Schließlich ist Ryn auch in menschlicher Gestalt ein instinktgetriebener Jäger - trotz ihres unschuldigen Aussehens. Handwerklich wird äußerst sehenswerte Kost geboten: die digitalen Effekte und das Design der Nixen sind gelungen und tragen viel zum gelungenen Mystery-Flair des Formats aus. Zudem sind die Themen breit gefächert: Unter anderem geht es auch um das ökologische Gleichgewicht und Umweltverschmutzung.

Offensichtlich haben die Abenteuer von Fischweibern und -Männern gerade wieder Hochkonjunktur: Die Comicverfilmung "Aquaman" hat mit Jason Momoa als König von Atlantis schon über eine Milliarde Dollar weltweit eingespielt und auf Netflix darf sich Elsa Pataky in der Serie "Tidelands" als gefährliche Halb-Nymphe präsentieren. In den USA erhielt die erste Season von "Mysterious Mermaids" (im Original: "Sirens") ein äußerst wohlwollendes Presseecho. Derzeit läuft dort schon die zweite Staffel, die es sogar auf 16 Folgen bringt. Erdacht wurde das Format unter anderem von Dean White, der in der Vergangenheit bereits mit "The 100" und "Once Upon a Time" bewies, wie gut er sich mit TV-Unterhaltung auskennt.