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Eine Lachnummer von Untergang

In Teil drei der Marvel-Saga "Thor 3: Tag der Entscheidung" wird der frisch frisierte Donnergott zum Komiker und die Götterdämmerung zur Lachnummer.

Es ist schon auffällig, dass Marvel seine Superhelden neuerdings alle in den Quatsch Comedy Club schickt. Das mag bei "Guardians Of The Galaxy" und "Deadpool" der passende Modus Operandi sein. Aber dass Thor (Chris Hemsworth) zum Komiker wird? Der mächtige Beschützer der neun Welten? Der immer etwas steife Donnergott mit den unbeschreiblichen Muskelbergen und den langen Haaren? Das ist doch ein ernsthafter Kerl - so herrlich altmodisch. Der Film "Thor 3: Tag der Entscheidung", den der Neuseeländer Taika Waititi inszenierte, ist jedenfalls knallbunt, überall lauert eine Pointe. Kann das gut gehen? Für die Macher ging die Rechnung auf jeden Fall auf, rund 180 Millionen Dollar an Produktionskosten stehen weltweit Einnahmen aus den Kinovorführungen in Höhe von 854 Millionen US-Dollar gegenüber.

Thor findet auf dem Müllplaneten Sakaar erst einmal eine neue Liebe: die letzte Walküre (Tessa Thompson). Und mit Hulk feiert der Mann mit dem Hammer (den er im Film leider, leider verliert) eine Wiedersehensparty. Das verdanken die beiden Hela (Cate Blanchett). Thors große Schwester, übrigens die erste weibliche Oberschurkin in einem Marvel-Film, hat sich aus der Verbannung befreit und will an blutrünstige Glanzzeiten anknüpfen: Die Göttin der Toten hatte einst mit ihrem Vater Odin (Anthony Hopkins) die neun Welten erobert, bevor sich Papa entschloss, ein gutmütiger Allvater zu werden. Nun plant die rachsüchtige Hela den Untergang aller Welten.

Wenn man's genau nimmt, wimmelt es in "Thor: Tag der Entscheidung" nur so vor gestrandeten, gebrochenen, enttäuschten Gestalten. Ihr emotionales Potenzial aber wird geflissentlich ignoriert: zugunsten des nächsten Einzeilers. Es ist ziemlich ernüchternd, dass im Marvel-Universum so etwas wie eine kreative Götterdämmerung einsetzt. Es wird immer witziger, immer lauter, immer actionreicher. Der Overkill an Pointen und Action jedoch kann fehlende Ideen nicht verbergen.

So geht es also mit Höchstgeschwindigkeit von Gag zu Gag. Das ist ziemlich einfältig, dennoch unterhaltsam. Zwei Stunden vergehen im Fluge, wenn man sich zurücklehnt, alle zwei Minuten auf die Schenkel klopft und "Thor: Tag der Entscheidung" als das genießt, was der Film ist: ein Comictrip, der düsteren Zeiten mit kunterbuntem Hedonismus begegnet. Das muss auch mal erlaubt sein. Auch wenn am Ende nichts nachhallt.

Erhältlich auf DVD, Blu-ray Disc, Blu-ray 3D, Ultra HD Blu-ray und als Video-on-Demand.