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Stress unterm Weihnachtsbaum

Weihnachtliche Fortsetzung zum Überraschungshit "Bad Moms" (2016), die sich in müden Konflikten und plumper Gefühlsduselei verliert.

2016 landeten die "Hangover"-Autoren Jon Lucas und Scott Moore mit ihrer Frauenpower-Komödie "Bad Moms" an den Kinokassen einen Überraschungshit, der neben derben Witzen auch gelungene satirische Spitzen enthielt. Ins Visier nahmen die beiden Filmemacher auf erfrischend augenzwinkernde Weise den Erfolgs- und Optimierungsdruck, mit dem sich heutzutage viele Mütter konfrontiert sehen. Das Sequel knöpft sich mit dem Weihnachtsfest nun ein Ereignis vor, das wohl jede Familie schon einmal unter Zugzwang gebracht hat. Alles soll perfekt sein, wenn die Liebsten in der besinnlichen Zeit zusammenkommen. Doch gerade die hohen Erwartungen, der Wunsch, volle Zufriedenheit zu stiften, sorgen immer wieder für Missklänge.

Nachdem die gestresste Zweifachmama Amy (Mila Kunis) im ersten Film gemeinsam mit ihren Mitstreiterinnen Carla (Kathryn Hahn) und Kiki (Kristen Bell) gegen ihre Elternpflichten rebellierte, möchte sie in der Fortsetzung ihren Kindern, ihrem neuen Freund Jessie (Jay Hernandez) und dessen Tochter Lori (Ariana Greenblatt) schöne Feiertage schenken. Dummerweise steht allerdings ihre überaus dominante Mutter Ruth (Christine Baranski) samt Vater Hank (Peter Gallagher) auf der Matte und ist mit Amys Vorbereitungen zum Fest überhaupt nicht einverstanden.

Anfangs wirkt es noch so, als wollten Lucas und Moore das Weihnachtsfest ähnlich genüsslich auseinandernehmen, wie sie es im Vorgänger mit der absurden Vorstellung einer rundum perfekten Mutter taten. Geschenke kaufen, Baum schmücken, Plätzchen backen und ausgefallene Gerichte planen. Analog zum Pakt, den Amy und ihre Freundinnen im ersten Teil schlossen, sitzen sie auch dieses Mal früh beisammen, um sich zu betrinken und eine kämpferische Entscheidung zu treffen. Die drei Frauen wollen Weihnachten für sich zurückerobern und mischen in einer überdrehten Zeitlupensequenz fürs Erste eine feierlich geschmückte Shopping-Mall auf.

Lieferte "Bad Moms" mit seinen sarkastischen Beobachtungen zum Teil noch clevere Pointen, fehlt es dem Sequel an Relevanz und einer durchdachten Konfliktzuspitzung. Nichtsdestotrotz treffen Lucas und Moore mit ihren Witzen auch im zweiten Teil ab und an ins Schwarze. Dass die Darstellerinnen und Darsteller mit Freude bei der Sache waren, merkt man ihnen besonders beim Herumtollen in einer Trampolin-Halle an. Insgesamt will sich der Spaß des Ensembles aber nur selten auf den Zuschauer übertragen.