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Nerve

Im Internet macht ein neues, illegales Spiel namens „Nerve“ die Runde, bei dem die Teilnehmer riskante Herausforderungen meistern müssen, während die Welt ihnen dabei zuschaut. Nirgendwo scheint es noch ein anderes Gesprächsthema zu geben und auch die schüchterne Vee bekommt davon Wind. Damit sie endlich mal im Mittelpunkt des Geschehens stehen kann, so wie ihre Freundin Sydney, meldet sie sich als Spielerin an. Ihrer Mutter passt gar nicht, was die Tochter da vorhat – und wie zur Bestätigung der mütterlichen Sorgen hat Vee gleich zu Beginn von Nerve die Aufgabe, einen fremden Typen zu küssen. Spontan drückt sie Ian ihre Lippen auf den Mund. Von da an versuchen die beiden, die immer gefährlicheren Etappen zu meistern und werden dabei zur Internetsensation. Doch als Vee und Ian aus dem Spiel aussteigen wollen, merken sie, dass es dafür längst zu spät ist…
Filmdaten:
Originaltitel: Nerve
Jahr: 2016
Regie: Ariel Schulman (Director) , Henry Joost (Director)
Schauspieler: (Dave Franco) , (Emma Roberts) , (Juliette Lewis) , (Kimiko Glenn) , (Emily Meade) , (Samira Wiley) , Tommy (Miles Heizer) , Wes (Marc John Jefferies) , Ty (Machine Gun Kelly) , J.P. (Brian 'Sene' Marc)
Wertung:
Vom Mauerblümchen zur Actionheldin
Mit "Nerve" gelingt zwei jungen Regisseuren ein actiongeladener Thriller, der in die dunkelsten Tiefen des Internets entführt, wo manch schüchterne Person zu ungeahnter Größe heranwächst.

Bist du Player? Oder bist du Watcher? Diese Frage stellt sich Vee (Emma Roberts), als sie das erste Mal vor dem illegalen Onlinespiel "Nerve" sitzt. Eigentlich ist die Schülerin bekannt für ihre schüchterne Art. Mit ihrer Mutter lebt sie auf der Insel Staten Island, obwohl sie gerne die Kunsthochschule auf dem Festland besuchen würde. Auch an ihren Schwarm aus der Baseballmannschaft traut sie sich nicht recht heran. Im Freundeskreis gilt die Teenagerin als eine, die sich gerne hinter ihrer Kamera versteckt. Der klassische Watcher also: passiv, zurückhaltend, vielleicht sogar ein bisschen langweilig. Dennoch oder genau deshalb beschließt Vee, sich als Player bei dem Onlinegame anzumelden. Schon beginnt eine seltsame Verwandlung, die der Thriller "Nerve" von Henry Joost und Ariel Schulman gekonnt auf die Leinwand bringt.

"Nerve" funktioniert über eine Smartphone-App. Entscheidest du dich dafür, ein Player zu sein, musst du sogenannte Challenges bewältigen: Mutproben, die irgendwann bis an die Grenzen gehen. Bist du Watcher, denkst du dir eben diese Challenges aus und guckst nur dabei zu, wie Player per Online-Videoaufnahmen diese meistern oder an ihnen scheitern. Für jede bestandene Aufgabe bekommst du Geld überwiesen. Und natürlich steigt dein Ansehen im Netz: Mehr und mehr Watcher folgen dir.

Weil Vee ihr Leben als schüchternes Mauerblümchen endgültig satt hat, meldet sie sich als Player an. Schnell zeigt sich: Sie soll nicht als Einzelgängerin, sondern als Teamplayerin auftreten. Schon bei ihrer ersten Challenge als VEE99 - "Küsse für fünf Sekunden einen Fremden" - lernt sie ihren Spielpartner IAN (Dave Franco) kennen. Die beiden geben das perfekte "Nerve"-Team ab. Ihre gemeinsamen Challenges beginnen als harmlose Streiche: Das Paar muss in einem Kaufhaus Abendkleid und Anzug der teuersten Sorte überziehen. Schließlich werden ihre eigenen Klamotten aus den Kabinen entwendet und die beiden sind gezwungen, in Unterwäsche aus der Luxusboutique zu schleichen.

Doch schnell werden die Challenges härter und steigern sich schließlich bis ins Lebensgefährliche: "Fahrt mit verbundenen Augen 60 Stundenkilometer auf dem Motorrad." Die nächtliche Stadt wird zum Schauplatz von "Nerve", Player spielen sich gegeneinander aus, mitunter tragen die düsteren Aufnahmen inmitten von Neonleuchtkästen und Straßenlaternen zum spannungsvollen Reiz des Films bei. Vee und ihre beste Freundin Sydney (Emily Meade) gehen ungewollt eine Competition innerhalb des Onlinegames ein: Ihre Freundschaft steht auf dem Prüfstand. Ian und seine neue Spielpartnerin hingegen werden zum beliebtesten Player-Duo unter den Watchern - eine Liebesgeschichte bahnt sich an.

Die Filmästhetik von "Nerve" zeichnet sich durch Kreativität und technisches Know-how aus. Bilder setzen sich zusammen wie ein Puzzle: Reelle Stadtaufnahmen, amateurhafte Handyvideos und Einstellungen, die wie Tabs auf dem Computer oder wie Ausschnitte aus einem Onlinegame erscheinen, vereinen sich. Dadurch wird ein filmischer Kosmos erschaffen, der die Realität auf den Straßen und die Virtualität im Netz geschickt verknüpft.

Abgesehen von diesen ästhetischen Besonderheiten überzeugt "Nerve" auch durch sein dramaturgisches Konzept, das auf dem Erfolgsroman "Das Spiel ist aus, wenn wir es sagen" von Jeanne Ryan basiert. Wie verändert sich dein Körperbewusstsein, wenn deine Watcher-Anzahl steigt? Was macht eine hohe Punktezahl mit deinem Selbstwertgefühl? Emma Roberts und Dave Franco nähern sich einander an, entwickeln Gefühle füreinander, verändern ihre Persönlichkeit im Spiel. Sie agieren als Online-Player und menschliche Wesen zugleich.

Ohne eine belehrende Haltung einzunehmen, führt der Film dadurch differenziert an die psychologisch manipulierende Wirkung des Internets auf den Menschen heran. Versteckt hinter anonymen Identitäten werden Tausende Watcher zu einer unmoralischen Masse, die für gute Unterhaltung alles tut. Klickzahlen, Likes und Follower schalten Schüchternheit, Bescheidenheit und Vernunft aus. So werden Mauerblümchen zu Actionhelden und Sensibelchen zu Superstars.

Aufgrund der einzigartigen Filmästhetik, einem überzeugenden Schauspiel und einer Geschichte, die die heutige Jugendkultur zwischen Online-Profilen und wahren Lebenswirklichkeiten porträtiert, gelingt Joost und Schulman mit "Nerve" ein Thriller, der fesselt und zugleich zum Nachdenken anregt.

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