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Bad Moms

Amy, verheiratet, zwei Kinder, berufstätig, hat es eines Tages satt, die perfekte Mutter, Ehe- und Karrierefrau zu sein und bis zum Rande der Erschöpfung von allen ausgenutzt zu werden. Sie schmeißt ihren treulosen Ehemann raus, wird gemeinsam mit zwei anderen überforderten Müttern zur bekennenden „Bad Mom“ und lernt, das Leben wieder zu genießen. Doch dabei legen sich die drei ausgerechnet mit den perfekten Hausfrauen an der Schule ihrer Kinder an...
Filmdaten:
Originaltitel: Bad Moms
Jahr: 2016
Regie: Jon Lucas (Director) , Scott Moore (Director)
Schauspieler: (Mila Kunis) , (Kristen Bell) , (Christina Applegate) , Dylan (Emjay Anthony) , Braden (Jay Jablonski) , (Kesha Rose Sebert) , Carla (Kathryn Hahn) , Vicky (Annie Mumolo) , Stacy (Jada Pinkett Smith) , Jane Mitchell (Oona Laurence)
Wertung:
Kampf der Supermamas
"Bad Moms" ist eine unterhaltsame Komödie über das Mutter-Sein. Große Überraschungen bleiben jedoch aus.

Amy Mitchell (Mila Kunis) hangelt sich von Elternabend zu Business-Meeting, ist liebevolle Mutter und erfolgreiche Karrierefrau - und das mit Anfang 30. Kein Wunder also, dass so manches dabei auf der Strecke bleibt. Bis sie eines Tages genug davon hat und hinschmeißt: Zusammen mit ihren Freundinnen Kiki (Kristen Bell) und Carla (Kathryn Hahn) gründet sie die "Bad Moms" und lässt ab sofort all ihre Pflichten sausen. Die Regisseure Jon Lucas und Scott Moore, die schon die Drehbücher zur "Hangover"-Trilogie verfassten, bringen mit "Bad Moms" zwar eine unterhaltsame Komödie an den Start, die sich vom ewigen Hollywood-Happy-End mit Traumhochzeit abwendet. Dennoch bleibt sie zu gewöhnlich, um ein richtiger Knaller zu werden.

Täglich versucht die 32-jährige Amy den Spagat zwischen Familie und Beruf zu meistern - und scheitert immer ein bisschen. Da sind die zwei pubertären Kinder, zu deren Schulaufführungen und Fußballturnieren sie zu spät kommt, der anstrengende Job in einer Kaffee-Company, in der sie Überstunde für Überstunde schiebt. Auch aus der Ehe mit Mike (David Walton) ist irgendwie die Luft raus. Als Amy ihren Mann dann auch noch mit seiner Online-Affäre inflagranti erwischt, wirft sie ihn raus.

In der Schule der Kids hat Super-Mom Gwendolyn (Christina Applegate) ihre ganz eigene Diktatur aufgebaut und macht den anderen Müttern das Leben schwer. Als die spießige Mutter zu einem außerplanmäßigen Treffen des Elternrats einlädt, und es dabei eigentlich nur um den nächsten Kuchenbasar geht, platzt Amy der Kragen: Wohl zum ersten Mal seit langer Zeit sagt sie Nein. Sie hat die Nase voll davon, die perfekte Mutter zu sein. In der promiskuitiven Carla und in der überforderten Vierfach-Mama Kiki findet sie schnell zwei treue Unterstützerinnen, die begeistert sind von ihrer Courage. Beim klischeemäßigen Besäufnis am Bartresen beschließen die drei: Von jetzt an wollen sie Bad Moms sein. Fortan müssen sich die Kinder ihr Frühstück selber machen, auf Elternabende wird gepfiffen, abends wird Party gemacht, anstatt die Kinder zu versorgen. Schlechte Mütter eben.

Doch das funktioniert in "Bad Moms" nur mäßig gut. Von den "Hangover"-Machern hätte man wohl einfach erwartet, dass es noch ein bisschen mehr kracht. So bleibt es bei einem geselligen Mädelsabend in der Großstadt und einer Hausparty, die um 23 Uhr vorbei ist. Große Eskapaden bleiben aus, so wirklich eskalieren können die drei Freundinnen nicht. Denn am Ende siegt doch das Prinzip Löwenmutter: Die Mamas kämpfen für ihre Kinder. Die Zicken-Clique um Gwendolyn mutet dabei an wie die High-School-Girls aus "Girls Club" und Konsorten - nur eben in Erwachsen.

Wo früher die Schülerinnen auf den Korridoren der High School konkurrierten, sind es nun die Moms. Und auch sonst wird man den Eindruck nicht los, dass da ein paar Mütter den krampfhaften Versuch starten, ihre Zwanziger wieder aufleben zu lassen. Zahlreiche Gags, wie etwa die verzweifelten Flirtversuche von Amy, kommen dabei natürlich nicht zu kurz. Sonderlich innovativ präsentiert sich der Humor nicht, aber immerhin unterhaltsam. Potenzial für eine gute Komödie besitzt "Bad Moms" allemal - allein zum großen Erfolg fehlt es an einer nicht ganz so erwartbaren Story.

Zum anderen geht das Konzept "Bad Moms" nicht ganz auf, weil man Mila Kunis aufgrund absolut faltenfreier Haut und abenteuerlichen High Heels die Rolle der gestressten, aber liebenden Mom einfach nur schwer abnimmt - zu sehr haftet das Kumpel-Image aus "Freunde mit gewissen Vorzügen" noch an ihr. Nun soll sie das Bild einer vorbildhaften modernen Frau zeichnen, die durch ihr Bad-Mom-Experiment ein Rezept dafür findet, wie man gleichzeitig liebevolle Mutter und erfolgreiche Karrierefrau ist. Eines kann man aber tatsächlich lernen: in Sachen Coolness können sich andere Mütter von Amy definitiv eine Scheibe abschneiden.

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