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Wiener-Dog

Filmdaten:
Originaltitel: Wiener-Dog
Jahr: 2016
Regie: Todd Solondz (Director)
Schauspieler: Dawn Wiener (Greta Gerwig) , (Julie Delpy) , (Brie Larson) , (Danny DeVito) , (Ellen Burstyn) , (Zosia Mamet) , (Kieran Culkin) , (Tracy Letts) , Lina (Clara Mamet) , Actor (Michael James Shaw)
Wertung:
Mit Dackelblick durch die Welt
Der beste Freund des Menschen als geduldiger Beobachter: "Wiener-Dog" blickt liebevoll auf eine Handvoll verkrachter Existenzen.

"Der Dackel stirbt aus" titelte vor wenigen Jahren die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". Und tatsächlich: In Deutschland werden immer weniger der wurstförmigen Hunde geworfen. Dabei galten die Vierbeiner, vor allem im Süden des Landes, jahrzehntelang als Inbegriff der Gemütlichkeit. Aber vielleicht passen sie ja genau deswegen nicht mehr zum heutigen Lifestyle? In den USA immerhin gehören Dackel auch heute noch zu den am häufigsten gezüchteten Hunderassen. "Wiener-Dog" nennt sie hier der Volksmund, und so nennt auch Todd Solondz seine neue Indie-Komödie, die in vier - mal melancholischen, mal schreiend komischen - Episoden von einem Dackel erzählt, der durch die Leben einer Handvoll schräger und liebenswerter Charaktere tippelt.

Zunächst landet der Hund im kühlen Designerhaus von Danny (Tracy Letts) und Dina (Julie Delpy). Vater Danny bringt Wiener-Dog als Geschenk für Sohnemann Remi (Keaton Nigel Cooke) mit, der das Tier sofort ins Herz schließt und dem es egal ist, dass der Hund schon mal das halbe Sichtbetonhaus zuscheißt. Mutter Dina sieht das naturgemäß weniger entspannt und lässt den Dackel erst kastrieren, später will sie ihn gar einschläfern lassen. Wohl auch, damit Remi eine Lektion fürs Leben lernt.

In der Tierklinik rettet Dawn (Greta Gerwig) dem Unglückshund in letzter Sekunde das Leben und bricht mit ihm und ihrem ehemaligen Schulfreund Brandon (Kieran Culkin) zu einem Roadtrip auf, der sie zu Brandons Bruder und dessen Frau führt. Sie lässt den Hund bei dem jungen Paar, das trotz Trisomie 21 ein weitaus zufriedeneres Leben zu führen scheint als die restlichen Charaktere in Solondz' Film, die sich allesamt als gescheiterte, aber herzerwärmende Existenzen entpuppen.

Schon wenig später hat sich Wiener-Dog ein neues Herrchen gesucht: Er lebt nun in New York, als Schoßhund eines Filmprofessors, der weder gute Drehbücher schreiben kann noch den richtigen Plot für sein eigenes, verkorkstes und einsames Leben kennt. Schmerz heißt dieser Mann passenderweise, gespielt wird er vom großartigen Danny DeVito. Professor Schmerz, eine Art depressiver Woody Allen, will sich an all denen rächen, die ihn verachten. Dem Hund soll in seinem perfiden Plan eine besondere Rolle zukommen. Doch das Vorhaben scheitert und Wiener-Dog findet ein neues Zuhause.

Die letzte Station des Dackels in diesem kleinen bezaubernden Film ist dann tatsächlich so etwas wie eine Endstation: Ausgerechnet bei der mürrischen Alten Nana landet er, die ihn auf den wenig charmanten Namen "Tumor" tauft. Gespielt wird diese zynische Frau von der 83-jährigen Ellen Burstyn. "Nana ist eine sehr traurige Frau", erzählt die Oscar-Preisträgerin im Interview. "Sie hat nichts von dem getan, was ihr Leben annehmbarer gemacht hätte. Sie ist isoliert, hat niemandem im Leben, nichts ist ihr wichtig, außer vielleicht der Hund - und den nennt sie ausgerechnet 'Tumor'!" Ellen Burstyn bekommt die vielleicht schönste Szene des ganzen Films: Als Nana steht sie im Garten hinter ihrem kleinen Häuschen, eine verhärmte böse Frau, und sieht auf einmal all die Chancen, die sie in ihrem Leben vorüberziehen ließ, ganz klar und deutlich, in Gestalt ihrer verschiedenen jüngeren Ichs.

Auch wenn seine Figuren mitunter vom Zynismus zerfressen sind - Regisseur Solandz blickt auf sie voller Liebe und Verständnis. Das ist es, was "Wiener-Dog" so bezaubernd macht: Der Film schöpft seinen Humor nicht aus dem Mit-dem-Finger-auf-andere-Zeigen. Vielmehr nimmt er die Dinge so, wie sie sind, betrachtet seine Protagonisten mit einem Lächeln und einem Achselzucken - so wie auch Hunde vermutlich auf ihre Herrchen blicken.

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