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Narcos

Koks, Kolumbien, Blut, Waffen, Geld und den größten aller Drogenbosse: Pablo Escobar. „Narcos“ erzählt die Geschichte des kolumbianisch-amerikanischen Drogenkriegs – und zwar von Anfang an. Im Zentrum der Story steht der DEA-Agent Steve Murphy.
Filmdaten:
Originaltitel: Narcos
Jahr: 2015
Regie: , José Padilha (Director)
Schauspieler: Pablo Escobar (Wagner Moura) , Horatio Carrillo (Maurice Compte) , Connie Murphy (Joanna Christie) , Steve Murphy (Boyd Holbrook) , Javier Peña (Pedro Pascal) , Valeria Velez (Stephanie Sigman) , Fabio (Roberto Urbina) , Elisa (Ana de la Reguera) , Ambassador Noonan (Danielle Kennedy) , La Quica (Diego Cataño)
Wertung:
Wo König Koks regiert
Der Gauner als Star: Mit "Narcos" widmet Netflix dem legendären Drogenbaron Pablo Escobar eine eigene Serie.

Er war skrupellos, brutal und stinkreich: Mit Pablo Escobar, dem mächtigsten Drogenbaron der 80-er, legte sich niemand freiwillig an. Außer man war der Überzeugung, man selbst habe noch mehr Haare auf der Brust als der Mann, der Morde ebenso emotionslos in Auftrag gab wie er Schmiergelder verteilte oder Kaffee bestellte. Zwei solche Typen, die Escobar dereinst tatsächlich großen Ärger bereiteten, dürfen ihn in der hochwertigen Netflix-Serie "Narcos" (2014) noch einmal jagen. Die zehn Episoden stehen ab 28. August bei dem Streaming-Anbieter zum Abruf bereit.

Einer der beiden Männer, die dem Kokskönig Escobar (Wagner Moura) ans Bein pissen wollen, ist der US-Drogenfahnder Steve Murphy (Boyd Holbrook). Der ebenso ambitionierte wie unerschrockene DEA-Cowboy beginnt als Kifferjäger in Miami. Als jedoch von Süden her immer größere Mengen der neuen Modedroge Kokain ins Land strömen, lässt er sich nach Bogota versetzen, um das Übel direkt an der Coca-Wurzel zu packen. Er hat keine Ahnung, worauf er sich einlässt. Sein neuer Kollege schon eher. Javier Pena (Pedro Pascal) kennt das Land, die Leute und all die schmutzigen Tricks, die es braucht, um gegen Escobar und das legendäre Medellin-Kartell bestehen zu können.

Für den informierten Zuschauer kann der nacherzählte Krieg gegen Escobar keine großen Überraschungen bereithalten, schließlich steht das Ende bereits in zahlreichen Geschichtsbüchern. Doch während dieser Umstand anderen historienbasierten Produktionen, wie zuletzt etwa "Marco Polo" (ebenfalls Netflix), immer wieder zum Verhängnis wird, leidet "Narcos" kein Stück darunter. Der Unterhaltungswert bewegt sich auf konstant hohem Niveau.

Die besondere Qualität dieser Serie liegt zum einen an der einheitlichen Erzählstimme, zum anderen daran, dass die Macher sich in ihrer Geschichte die richtigen Freiheiten nehmen. José Padilha, der angenehmerweise bei allen zehn Folgen Regie führte, treibt die Handlung generell eher gemächlich voran. Er weiß aber genau, wann er das Tempo anzuziehen hat, wie Pointen zu setzen sind, wo es knallen muss. Und nebenher zeichnet er ein sicherlich überspitztes, aber doch in sich stimmiges Porträt einer verkommenen kolumbianischen Gesellschaft, in der beinahe jeder korrupt zu sein scheint. Das große Highlight aber ist der, vor dem sie alle erzittern: Pablo Escobar nämlich erscheint dank Wagner Moura nicht nur als Monster, sondern immer auch als Mensch. Und dadurch bekommt das Ganze auch noch echte Tiefe. Guter Stoff.

Erhältlich bei folgenden Anbietern: