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Jason Bourne

Nachdem Jason Bourne in den vorangegangenen drei Teilen nicht nur sein Gedächtnis, sondern auch seine Freundin verloren hat und einen eigenen Feldzug gegen die ihn jagende CIA antrat, um endlich hinter das Geheimnis seiner Vergangenheit zu gelangen, ist er mithilfe von Nicki Parsons untergetaucht. Doch das Leben eines auf der Flucht lebenden Agenten mit besonders modifizierten Fähigkeiten, kann nie lange ruhig bleiben. Denn inzwischen weiss Jason Bourne zwar, wer er ist, aber nicht, was diejenigen, die ihn erschaffen hatten, mit ihm vorhatten. Also versucht er - verfolgt von der CIA die versteckten Wahrheiten in seiner Vergangenheit zu finden.
Filmdaten:
Originaltitel: Jason Bourne
Jahr: 2016
Regie: Paul Greengrass (Director)
Schauspieler: Jason Bourne (Matt Damon) , (Tommy Lee Jones) , Nicky Parsons (Julia Stiles) , (Alicia Vikander) , (Vincent Cassel) , Aaron Kalloor (Riz Ahmed) , Craig Jeffers (Ato Essandoh) , Director NI Edwin Russell (Scott Shepherd) , Malcolm Smith (Bill Camp) , Christian Dassault (Vinzenz Kiefer)
Wertung:
Gezeichnet von der Welt
Wiederbelebter Geheimagent auf Abwegen: Matt Damon kehrt unter der Regie von Thrillermeister Paul Greengrass als "Jason Bourne" zurück. Zeitgemäß, aber nicht alle Erwartungen erfüllend.

Es ist ein bisschen schade, dass schon der erste Satz den ganzen Film vorwegnimmt: "Ich erinnere mich an alles", sagt Jason Bourne. Matt Damon hatte als ehemaliger CIA-Agent in den ersten drei "Bourne"-Filmen zwischen 2002 bis 2007 noch verzweifelt nach seiner Vergangenheit gesucht. Nach neun Jahren Kinopause, unterbrochen von einem Nebenfilm der Reihe ("Das Bourne Vermächtnis" 2012 mit Jeremy Renner in der Hauptrolle), bekommt er sie beinahe auf dem Silbertablett serviert. Ganz schlicht "Jason Bourne" heißt dann auch der Film, zu dem sich Damon sowie Regisseur und Drehbuchautor Paul Greengrass lange haben bitten lassen. Zu Recht: Der Actionthriller wärmt vor aktualisierter Kulisse lediglich Bekanntes auf.

Dabei ist "Jason Bourne" ein sehr passabler Agententhriller: spannend, dreckig, realistisch, zeitgemäß - und ausgestattet mit der spektakulärsten Verfolgungsjagd, die Las Vegas je erlebt hat. Aber der Film ist auch überflüssig. Kaum etwas wird über Jason Bourne erzählt, was man nicht schon aus der fantastischen Trilogie wusste. Greengrass und sein Co-Autor Christopher Rouse rekapitulieren hinlänglich bekannte Fakten und sortieren sie einfach neu.

Immerhin durfte der Protagonist altern. Bourne ist merklich von der Zeit und seiner Sisyphos-Aufgabe gezeichnet. Er weiß zunächst immer noch nicht, wer er wirklich ist. Nach den Ereignissen in "Das Bourne Ultimatum" tauchte er unter - damals hatte der Mann ohne Erinnerungen das illegale CIA-Spezialprogramm "Threadstone" öffentlich gemacht, mit dem er einst zur Killermaschine geformt wurde. Mittlerweile hält sich Bourne in Flüchtlingslagern an der griechisch-mazedonischen Grenze mit illegalen Boxkämpfen über Wasser und steckt dabei mehr Schläge ein, als er eigentlich müsste. Jeder hat schließlich das Recht, irgendetwas zu spüren. Erst recht ein Mann ohne Vergangenheit.

Seine alte Weggefährtin Nicky Parsons (Julia Stiles) verschafft Bourne dann ziemlich schnell eine neue Chance, seine Erinnerungen wiederzufinden. Sie hackt sich in die CIA-Zentrale ein, um geheime Daten zu stehlen: über "Threadstone" und über ein Nachfolgeprogramm, das noch viel schlimmer ist. Mit den Daten will Parsons nicht nur Bourne retten, sondern die Welt wachrütteln. Denn die Geheimdienste haben aus den Fehlern der Vergangenheit nicht gelernt.

Mit frischem Personal, darunter Tommy Lee Jones als Direktor Robert Dewey, Vincent Cassel als Profikiller und Alicia Vikander als undurchsichtige IT-Spezialistin Heather Lee, macht die CIA Jagd auf Parsons und Bourne. Klar, dass Letzterer - gelernt ist gelernt - keine leichte Beute ist. Als reizvoll an dieser bewährten Konstellation erweist sich, dass Paul Greengrass "Jason Bourne" an das aktuelle Zeitgeschehen angepasst hat.

Die Flüchtlingskrise in Europa, die totale Überwachung in der digitalen Welt und eine Ehrenbezeugung an Whistleblower wie Edward Snowden: "Jason Bourne" ist in der Realität fest verankert. Musste man den ersten Filmen noch glauben, dass die Geheimdienste außer Kontrolle sind, hat man mittlerweile Gewissheit, dass für die "Verteidigung der Freiheit" eben jene Freiheit nach Gutdünken beschnitten wird - begünstigt durch einen allzu sorglosen Umgang mit persönlichen Daten, die nicht nur auf den Servern von sozialen Netzwerken landen.

Wenn die CIA-Agentin Heather Lee den abtrünnigen Jason Bourne am Ende mit dem Versprechen anlocken will, dass sich die Dinge bei der CIA ändern, klingt das weniger wie eine Verheißung. Es wirkt vielmehr, das weiß der NSA-geschulte digitale Bürger, wie eine Drohung. Auch Jason Bourne ist sich dessen bewusst. Seine Rückkehr ist jedenfalls nicht ausgeschlossen. Obwohl er sich an alles erinnert und sich eigentlich zur Ruhe setzen könnte.

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