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Julieta

Die junge Witwe Julieta (Adriana Ugarte) lebt mit ihrer Tochter Antía in Madrid. Beide leiden im Stillen über den Verlust. Als Antía sie kurz nach ihrem 18. Geburtstag ohne ein Wort der Erklärung verlässt, bricht für Julieta eine Welt zusammen. Die verzweifelte Mutter lässt nichts unversucht, Antía aufzuspüren, aber was sie herausfindet ist nur, wie wenig sie über ihre Tochter weiß.Viele Jahre später trifft Julieta (Emma Suárez) auf der Straße zufällig eine Jugendfreundin ihrer Tochter, die Antía erst kürzlich getroffen hat. Julieta schöpft wieder neue Hoffnung und beginnt ihre Erinnerungen aufzuschreiben, die schönen wie die schmerzhaften ...
Filmdaten:
Originaltitel: Julieta
Jahr: 2016
Regie: Pedro Almodóvar (Director)
Schauspieler: Julieta (present) (Emma Suárez) , Julieta (past) (Adriana Ugarte) , (Rossy de Palma) , (Inma Cuesta) , (Darío Grandinetti) , (Daniel Grao) , (Michelle Jenner) , Juana (Nathalie Poza) , Train conductor (Agustín Almodóvar) , Sanáa (Mariam Bachir)
Wertung:
Der Schmerz, der innen wohnt
Der spanische Meisterregisseur Pedro Almodóvar verarbeitet das Thema Verlust in dem bewegenden, sich über mehrere Jahrzehnte spannenden Drama "Julieta".

Mit "Julieta" kehrt Pedro Almodóvar zurück zu den Frauen und zu seiner Kunst, tiefe Gefühle eindrücklich zu erkunden. Auf emotionaler Ebene begeistert der Film, den der spanische Meisterregisseur ("Fliegende Liebende", "Volver") als Drama und nicht als Melodram mit überhöhten Charakteren angelegt hat - ein Konglomerat aus seinen vergangenen Filmen mit weiblichen Hauptfiguren. Und doch wirkt Julieta im Vergleich zu früheren Heldinnen ausgezehrt und erschöpft vom Leben. Es herrscht ein neuer tieftrauriger Unterton, den man in Almodóvars Werken bislang so nicht kannte.

Visuell schöpft Pedro Almodóvar schon von Anfang an aus dem Vollen, so wie man es von ihm gewohnt ist. Rot dominiert die erste Szene, ein schlagendes Herz unter dem Stoff. Später springt der Film durch die Zeit in die 80er-Jahre und zelebriert mit großer Begeisterung den exzentrischen Look dieses Jahrzehnts. Almodóvar liebt die kräftigen, ausdrucksstarken Farben, nur kein Schwarz darf dabei sein, denn das beherrschte auf ungute Weise seine Kindheit und erinnert ihn an seine Mutter.

Welche besondere Bande zwischen Müttern und Kindern besteht und wie Eltern mit erwachsenem Nachwuchs umgehen - dieses Thema steht in "Julieta" im Mittelpunkt. Die titelgebende Hauptfigur lernt der Zuschauer als eine Frau um die 50 kennen, die mitten im Leben zu stehen scheint. Wir sehen sie beim Kistenpacken, denn sie will mit ihrem Lebensgefährten von Madrid nach Portugal ziehen. Eine Zufallsbegegnung auf der Straße erinnert sie jedoch an einen Schmerz, den sie tief in sich vergraben hatte und von dem auch ihr jetziger Partner nichts ahnt.

Sie bricht allen Kontakt ab, zieht sich zurück und beginnt ihre Erinnerungen aufzuschreiben, in der Hoffnung damit ihrer für sie verlorenen Tochter wieder näher zu kommen. Als junge Erwachsene verließ diese sie ohne ein Wort und meldete sich nie wieder. Nach und nach enthüllt der Film, was geschah, zeigt die inneren Verletzungen, die Julieta zugefügt wurden, die aber auch sie zugefügt hat. Und doch bleibt das Verhalten der Tochter am Ende immer noch rätselhaft. Almodóvar erinnert uns, dass man nie davon ausgehen kann, einen Menschen wirklich zu kennen.

Die schmerzhafte Einsamkeit Julietas dominiert als Gefühl den Film. Hinzu kommen sentimentale Erinnerungen an die 80-er, in denen Julieta die glücklichsten Momente ihres Lebens zelebrierte. Es war die Zeit, als sie den Vater ihrer Tochter kennenlernte. Almodóvar verschafft sich so auch selbst die Möglichkeit, seine geliebte Jugend wieder aufleben zu lassen. Auf die Leinwand bringt er sein Gefühl für jenes Jahrzehnt, in dem er die Frauen als besonders frei und offen für Abenteuer erlebte.

Xoans (Daniel Grao) und Julietas Geschichte beginnt stürmisch in einem Zug. Adriana Ugarte verkörpert die noch unbeschwerte junge Frau, die glaubt, ihr Glück gefunden zu haben. Emma Suárez spielt die ältere, vom Schicksal gezeichnete Julieta. Der Wechsel der Schauspielerinnen in der Hauptrolle funktioniert bestens -zumal die junge und die ältere Julieta in punkto Energieniveau wenig miteinander zu tun haben. Wunderbar transportiert Suárez mit einer unbenannten Schuld in den Augen das Kraftlose ihrer Figur, die nicht weiß wie sie kämpfen soll, weil niemand da ist, mit dem sie kämpfen könnte.

So ganz kann es Almodóvar dann doch nicht lassen, seinen langsam dahinfließenden Film über die dramatische Ambivalenz einer Mutter-Tochter-Beziehung mit skurrilem Melodrama-Personal aufzulockern. Seine langjährige Wegbegleiterin Rossy de Palma (bekannt aus "Frauen am Rande des Nervenzusammenbruchs" und "Kika") sorgt als strenge und intrigante Haushälterin mit ihrer Biederkeit und schrägen Frisur für Lacher.

"Julieta" beschreibt emotional tief berührend die Verlorenheit einer Frau, die mit Verlust nicht umgehen kann. Almodovár ließ sich von den Erzählungen der kanadischen Nobelpreisträgerin Alice Munro inspirieren und interpretierte sie im Kontext Spaniens. Die Familie - so seine Erfahrung - könne in seinem Heimatland niemand einfach so hinter sich lassen und Mütter seien völlig überrumpelt, wenn Töchter sich lossagten. In "Julieta" spielt der Meister der Gefühlsdramen klar und kompromisslos durch, was passiert, wenn sie es doch tun.

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