"Das Leben ist kein Kindergarten - Vaterfreuden" - Fr. 27.01. - ARD: 20.15 Uhr

Zeit, Lebewohl zu sagen

22.01.2023 von SWYRL/Franziska Wenzlick

Aller Abschied fällt schwer. Das muss auch Freddy Kleemann (Oliver Wnuk) feststellen, der im neuen Teil der Familienfilm-Reihe "Das Leben ist kein Kindergarten" zum dritten Mal Vater wird - und gleichzeitig eine neue Bleibe für seinen eigenen, an Demenz erkrankten Vater suchen muss.

"Wer lachen will, muss tief durchatmen", glaubt Oliver Wnuk. Humor sei für ihn "der Rettungsring, um nicht in der eigenen Tragik zu versinken". Es ist eine simple, aber wasserdichte Regel, an die sich der Drehbuchautor und Hauptdarsteller bereits in den ersten beiden Teilen seiner ARD-Reihe hielt: Humor und Tragik, Lachen und Weinen, Freud und Leid - all das liegt nicht nur nahe beieinander, sondern ist Wnuk zufolge schlichtweg untrennbar. Er ist überzeugt: "Humor ist für mich nur dann relevant, wenn ich die Tragik, die Angst vor dem Scheitern, den Schmerz darunter spüre. Flacher Humor, emotional ungebundener Humor ist für mich Zeitverschwendung."

Folglich hält sich Wnuk auch im dritten "Das Leben ist kein Kindergarten"-Film nicht lange mit Oberflächlichkeiten auf. Vielmehr seziert "Vaterfreuden", so der Titel der von Sinje Köhler ("Viva Forever") inszenierten Tragikomödie, mit viel Präzision die kleinen und großen Herausforderungen des Alltags.

Wie schon der Titel des Filmes erahnen lässt, handelt es sich bei einer dieser Herausforderungen um die bevorstehende Geburt des dritten Kindes von Freddy Kleemann (Wnuk) und seiner Frau Juliana (Meike Droste). "Vaterfreuden" gibt es - ganz nach Wnuks Credo - allerdings nicht ohne Vaterleiden, und so ist es letztlich eine andere Vater-Sohn-Beziehung, die im Mittelpunkt der Geschichte steht: Fritz (Siemen Rühaak), Freddys Vater, soll in ein Heim ziehen. Das zumindest fordert Juliana, die sich als Hochschwangere der fortschreitenden Demenz des Rentners nicht mehr gewachsen sieht.

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Die einen kommen, die anderen gehen ...

Da Fritz nicht sonderlich angetan ist von der Idee, in einem Seniorenheim zu leben ("Ich sterbe lieber, als hier einzuziehen"), muss Freddy so einiges an Überzeugungsarbeit leisten. Seinen Vater herzugeben, den er doch erst wenige Jahre zuvor "wiedergefunden" hat, schmerzt Freddy sichtlich. Ständig versucht er, Fritz aus der Reserve zu locken - doch der ist viel zu beschäftigt damit, Julianas nicht minder anstrengender Mutter Regina (Hedi Kriegeskotte) seine Geburtstagstorte ins Gesicht zu schmieren, Hühner aus ihren Käfigen zu befreien und seine Blase immer genau am falschen Ort zu entleeren.

Auch, dass sich inmitten dieser Chaotik immer wieder leise, aber sehr weise Momente an die Oberfläche drängen, macht den Abschied zwischen Vater und Sohn nicht einfacher. "Die einen kommen, die anderen gehen", weiß Fritz jedoch - und räumt letzten Endes das Feld für das Neugeborene, das wohl im vierten Teil dieser herrlich bittersüßen Reihe die Familie auf Trab halten wird.

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