12.04.2025 von SWYRL/Hans Czerny
Wann kommt die personalisierte Medizin? - Noch immer gilt der männliche Patient mittleren Alters für die Medizin als Goldstandard. Weibliche und ältere Patienten würden benachteiligt, sagt der Wissenschaftsjournalist Harald Lesch.
Unsere medizinische Versorgung sei noch immer auf Patienten ausgerichtet, die im Durchschnitt männlich, weiß und mittleren Alters sind, weist Harald Lesch in der neuesten "Terra X"-Ausgabe am späten Dienstagabend nach. So würden Medikamente beispielsweise bis vor wenigen Jahren vorwiegend an Männern mittleren Alters getestet, Frauen seien wegen ihres Zyklus' als zu komplizierte Probandinnen vernachlässigt worden. Verschleppte Diagnosen und falsche Behandlungen seien die Folgen gewesen. Lesch fragt daher, wie sich Medizin und medizinische Forschung künftig ändern müssten.
Da Diagnosen und die Medikamentendosierung auf männliche Körper ausgerichtet seien, litten Frauen häufiger an Nebenwirkungen. Auch das Alter, so Lesch, werde zu wenig berücksichtigt von der Forschung. Das erhöhte Krankheitsrisiko und die besondere Wirkung der Medikamente seien sträflich vernachlässigt worden.
Als dritten zu wenig berücksichtigten Faktor hat Harald Lesch die anwachsende Armut ausgemacht. Noch immer gelte der Ausspruch "Armut macht krank". Tatsächlich komme Diabetes 2 bei Empfängerinnen und Empfängern von Sozialleistungen immer häufiger vor. Könnte eine personalisierte Medizin, etwa durch Aufklärung, hier helfen und wegen unnötiger Behandlungen sogar Kosten senken? Über allem steht jedoch die Frage: "Wie lässt sich medizinische Gerechtigkeit erreichen?"