Neustarts

Wes Anderson in Frankreich: Das sind die Kino-Highlights der Woche

21.10.2021 von SWYRL

"The French Dispatch", "Venom: Let There Be Carnage", "Cry Macho" und "Halloween Kills": Das sind die Kino-Neustarts am 21. Oktober.

Es gibt nur wenige Regisseure, deren Filme man bereits nach wenigen Sekunden erkennt. Wes Anderson gehört zu dieser Kategorie. Der 52-jährige Texaner hat seinen ganz eigenen Stil - symmetische Bildkompositionen, ausgeblichene Farben, lange Kameraeinstellungen -, außerdem arbeitet er immer wieder mit denselben Darstellern zusammen. In "The French Dispatch", seinem neuen Film, hat er sie (fast) alle erneut vor der Kamera versammelt, mal in größeren Rollen, mal in kleineren: Bill Murray, Owen Wilson, Tilda Swinton, Jason Schwartzman und viele andere. "The French Dispatch" ist eines der Kino-Highlights der Woche, zusammen mit dem Marvel-Film "Venom: Let There Be Carnage", dem Clint-Eastwood-Streifen "Cry Macho" und der Horror-Fortsetzung "Halloween Kills".

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The French Dispatch

Der Name Ennui-sur-Blasé sagt eigentlich alles: Langweilig und blasiert ist jener Ort, an dem Wes Anderson seinen neuen Film "The French Dispatch" spielen lässt. Aber ausgerechnet hier, in dieser französischen Kleinstadt, hat der Amerikaner Arthur Howitzer Jr. (Bill Murray) den französischen Ableger der "Liberty, Kansas Evening Sun" angesiedelt. Mit Betonung auf "hat": Denn Howitzer ist tot, vermutlich ein Herzinfarkt. Und so versammeln sich seine Mitarbeiter nun, wohl wissend, dass ihr Blatt vor dem Aus steht, um einen Nachruf auf Howitzer zu verfassen.

Aber das ist eigentlich nur Rahmenhandlung. Vielmehr erzählt Anderson in "The French Dispatch" drei Kurzgeschichten, die seine fiktiven Journalisten recherchiert haben. Da ist einmal ein im Gefängnis sitzender Maler (Benicio del Toro), der eine Affäre mit seiner Wärterin (Léa Seydoux) hat. Eine Affäre hat auch die Politikjournalistin Mrs. Krementz (Frances McDormand), und zwar mit dem jungen Revoluzzer Zeffirelli (Timothée Chalamet). Die dritte Geschichte wiederum handelt von einer Kindesentführung, der erst ein Koch (Stephen Park ) ein Ende bereiten kann.

Vor allem ist "The French Dispatch" eine Liebeserklärung an einen Journalismus, wie es ihn heute kaum mehr gibt - Pate für das fiktive Magazin stand der "New Yorker" - und an Frankreich, die Wahlheimat von Wes Anderson.

Venom: Let There Be Carnage

Da kann man schon mal den Überblick verlieren: Während in zwei Wochen die vierte Phase des "Marvel Cinematic Universe" mit dem Start von "Eternals" in eine weitere Runde geht, ist die Figur des "Venom" Teil des "Spider-Man Universe" von Sony. Spider-Man selbst allerdings ist in beiden Filmwelten zu Hause, ein Deal zwischen Marvel-Mutter Disney und Sony macht's möglich. So oder so: "Venom: Let There Be Carnage", die Fortsetzung des ersten "Venom"-Films von 2018, war in den USA bislang ein riesen Erfolg: 90 Millionen US-Dollar wurden am ersten Wochenende eingenommen, das gab es seit Beginn der Pandemie nicht mehr.

In "Venom: Let There Be Carnage" spielt Tom Hardy erneut den Journalisten Eddie Brock, der seinen Körper mit einem außerirdischen Symbionten teilt, der ihm Superkräfte verleiht. Schon bald muss er es mit dem Serienmörder Cletus Kasady (Woody Harrelson) beziehungsweise dessen Symbiont Carnage aufnehmen. Carnage hat eben erst das Gefängnis verlassen, ist quasi vom elektrischen Stuhl geflohen und sinnt jetzt auf Rache an all jenen, die ihn dorthin gebracht haben.

Cry Macho

So oft, wie Clint Eastwood in den letzten Jahren vor und hinter der Kamera stand, mag man es einfach nicht glauben: Der Mann ist mittlerweile 91 Jahre alt. "Cry Macho" ist Eastwoods achte Regiearbeit in nur zehn Jahren, das macht ihm selbst manch deutlich jüngerer Kollege so leicht nicht nach. Es gibt eben noch immer Stoffe, die nur darauf warten, von Eastwood entdeckt und erzählt zu werden, manche davon auch etwas länger. So wie der Roman "Cry Macho", der bereits 1975 erschienen war, zwischenzeitlich mit Arnold Schwarzenegger in der Hauptrolle verfilmt werden sollte und nun von Eastwood inszeniert wurde - mit sich selbst vor der Kamera.

Eastwood spielt den texanischen Rodeo-Star Mike Milo, der nach einem Unfall mit starken Schmerzen durchs Leben geht - körperlich und weil er seinen geliebten Sport nicht mehr ausüben kann. Dieser gebrochene Mann fährt nun nach Mexiko, weil er einem alten Freund einen Gefallen schuldet und dessen 13-jährigen Sohn Rafo (Eduardo Minett) zu ihm in die USA bringen soll. Doch Rafo ist längst ein Kleinkrimineller geworden, und seine Mutter will ihn bei sich in Mexiko behalten. Also reist Mike alleine wieder ab - nur um festzustellen, dass sich Rafo in seinen Truck geschmuggelt hat. Auf der Fahrt in Richtung Texas entwickeln die beiden ungleichen Männern eine Freundschaft - und haben viel Zeit, darüber zu diskutieren, was es heißt, ein Macho zu sein.

Halloween Kills

Michael Myers ist zurück - mal wieder. Mit "Halloween" legte John Carpenter 1978 nicht nur die Konventionen des Slasher-Kinos fest, sondern ließ in Gestalt des psychopathischen Killers mit der weißen Maske auch eine der langlebigsten und einflussreichsten Albtraumfiguren auf das Publikum los. Sieben Fortsetzungen sowie ein Remake samt eigenem Sequel wurden 2018 um ein weiteres "Halloween"-Kapitel ergänzt. "Halloween Kills", der nunmehr zwölfte Film der Horror-Reihe, setzt den Streifen von 2018 fort, der wiederum an das Original von 1978 anknüpfte und alle danach erschienen Sequels ignorierte. Ganz schön kompliziert.

Deutlich simpler gestrickt ist - einmal mehr - die Handlung des Films. "Halloween Kills" beginnt unmittelbar nach den Ereignissen des Vorgängers. Zusammen mit ihrer Tochter und Enkelin hatte Laurie Strode (Jamie Lee Curtis) Michael Myers endgültig getötet - glaubte sie zumindest. Denn der Maskenmann war zwar im Inneren eines brennenden Hauses gefangen, hat sich aber in letzter Sekunde retten können. Und so setzt er seine mörderische Mission nun munter fort. Und das mindestens bis 2022. Dann nämlich kommt eine weitere Fortsetzung ins Kino, diesmal mit dem final klingenden Titel "Halloween Ends". Aber Michael Myers, das weiß man mittlerweile, lässt sich so leicht nicht totkriegen.

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