Serienstart bei Amazon

"Das Rad der Zeit": Ist die Fantasy-Serie das nächste "Game of Thrones"?

17.11.2021 von SWYRL/Andreas Fischer

Amazon geht ins Wagnis und verfilmt die wahrscheinlich längste Fantasy-Saga der Geschichte: In das "Das Rad der Zeit" wandelt Rosamund Pike auf Gandalfs Spuren.

Eine mystische Welt, geheimnisvolle Protagonisten, Fabelwesen, Magie und Monster: "Das Rad der Zeit" bringt alles mit, was eine große Fantasy-Story ausmacht. Und noch viel mehr: Zumindest was den Umfang angeht, sind "Der Herr der Ringe" und "Game of Thrones" Zwerge gegen die vier-Millionen-Wörter-Saga des US-Schriftstellers Robert Jordan. 14 dicke Bände umfasst das Werk im Original - epischer geht's nicht. Amazon hat sich zusammen mit Sony Pictures trotzdem an die Verfilmung gewagt: Am 19. November erscheinen die ersten drei Episoden auf Amazon Prime Video. Anschließend wird bis zum Finale der Auftaktstaffel am 24. Dezember jeden Freitag eine weitere Folge freigeschaltet.

Lumpen lässt sich Amazon jedenfalls nicht - zumindest in der vorab gezeigten Auftaktepisode. Es sieht ganz gut aus, was da über die Bildschirme flackert. Auf der Besetzungsliste stehen zwar vornehmlich unbekanntere Schauspielerinnen und Schauspieler wie Madeleine Madden und Josha Stradowski. Für die Hauptrolle wurde aber immerhin Emmy-Preisträgerin Rosamund Pike engagiert.

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Mit Hoffnung und Drachen

Pike spielt die reisende Magierin Moiraine, die der mächtigen und geheimnisumwobenen Organisation der Aes Sedai angehört. Ihr obliegt es, die Welt vor dem Untergang zu bewahren: Der dunkle König Shai'tan hatte sie einst ins Chaos gestürzt und will sein zerstörerisches Werk nach Jahrtausenden in der Verbannung vollenden.

Moiraine und ihrer kämpfenden Schwesternschaft bleibt nur die Hoffnung auf einen wiedergeborenen Drachen: Sie vermutet, ihn in Menschengestalt unter fünf jungen Männern und Frauen - Rand al'Thor (Josha Stradowski), Mat Cauthon (Barney Harris), Perrin Aybara (Marcus Rutherfort), Nynaeve al'Meara (Zoë Robins) und Egwene al'Vere (Madeleine Madden) - zu finden, die sie beim Angriff finsterer Tierwesen auf ein abgelegenes Bergdorf aufgabelt. Obwohl nicht einmal klar ist, ob der Drachenmensch die Welt retten oder sie in den Abgrund reißen wird, zieht der Tross in den Kampf Gut gegen Böse.

Kein Selbstläufer

Nimmt man das schiere Ausmaß der literarischen Vorlage zum Maßstab, dann könnte "Das Rad der Zeit" zu einem Dauerbrenner in der nächsten Dekade werden, zumal Harriet McDougal und Brandon Sanderson als beratendes Produzententeam an Bord sind. McDougal, die Witwe von Robert Jordan, hatte zusammen mit Sanderson die Buchreihe zu einem angemessenen Ende gebracht. Jordan war im Jahr 2007 überraschend gestorben, hatte aber detaillierten Vorgaben für die letzten drei Bände hinterlassen und auch das Ende schon geschrieben.

Auch wenn die zweite Staffel schon vor Ausstrahlung der ersten bestätigt wurde: Beweisen muss sich die Serie erst noch, und das wird kein Selbstläufer. Fantasy- und Serienfans erwarten mindestens ein nächstes "Game of Thrones". Die Serienversion von "Der Herr der Ringe" steht - ebenfalls bei Amazon - in den Startlöchern. Überhaupt: Hat man seit dem von Peter Jacksons Mittelerde-Trilogien begründeten Fantasy-Boom der Nullerjahre nicht genug gesehen von dunklen Herrschern mit orkigen Vasallen, gutmütigen Zauberern und tapferen Reisegesellschaften auf majestätischen Bergrücken? Und dann ist da auch noch die Sache mit der dunklen und hellen Seite der Macht ... Immerhin aber hat in "Das Rad der Zeit" eine Schwesternschaft der Macht das Sagen und keine Bruderschaft des Rings.

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