"heute-show"

"heute-show" über Machtkämpfe in der Union: "Asozialer als 'Das Sommerhaus der Stars'"

09.10.2021 von SWYRL/Jürgen Winzer

SPD, FDP und Grüne sondieren Ampelmöglichkeiten, in der Union kehren sie Scherben zusammen und versuchen, politisch zu überleben - jedenfalls stellte das die "heute-show" (ZDF) so dar. Wer es nicht schaffen wird, scheint sicher: Armin Laschet. Auch wenn er es noch nicht wahrhaben will.

"Langsam wird es tragich", meinte "heute-show"-Moderator Oliver Welke zur "Götterdämmerung" des CDU-Kanzlerkandidaten. Während der noch vor den Kameras betonte, man stünde weiterhin für Grüne und FDP als "Ansprechpartner CDU/CSU" parat, demontierte Oberbayer Markus Söder seinen "Parteibruder" exakt zwölf Minuten später, indem er der Jamaika-Koalition in einem Statement eine Absage erteilte. Ein weiterer Höhepunkt einer - für Laschet - an Demütigungen reichen jüngeren Vergangenheit. Welke fasste das Intrigenspiel in der Union so zusammen: "CDU/CSU - asozialer als 'Das Sommerhaus der Stars'!"

Allerdings war Welke auch geradezu fassungslos über die Starrsinnigkeit Laschets, mit der er das Eindeutige nicht wahrhaben wolle: "Armin, die Ampel wird kommen. Sie quetscht sich durch den Geburtskanal!", rief Welke. Die Ampelwahrscheinlichkeit sei hoch, auch wenn es für alle Ehepartner keine Liebesheirat sei und für die FDP eher eine Zwangsehe. "Aber was soll sie machen, wenn sich ihr Wunschpartner Union selbst zerstört?"

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Friedlicher Übergang bei der Union? Von wegen!

Wann geht Laschet? In seinen Statements habe er, so meldete Welke, keine klare Kante gezeigt, sondern lediglich eine Botschaft ausgestrahlt: "Er denkt darüber nach, demnächst vielleicht zu erwägen, sich zurückzuziehen." Dabei tobe hinter den Kulissen längst der Dreikampf der "CDU-Streetfighter" um die Nachfolge.

Die Kämpfer: Jens "The Golden Mask" Spahn, der als ehemaliger Laschet-Verbündeter nun als dessen Todfeind agiere und die Spezialfähigkeit "Geld verbrennen" mitbringe. Kandidat zwei: Norbert Röttgen, der immer antrete, auch wenn keiner wisse warum. Seine Spezialfähigkeit ("Unglaublich gut aussehen") sei nicht ganz so stark wie seine Image-Verdienste: "Er ist der einzige Bundesminister, der von Merkel gefeuert wurde. Sehr cool!", lobte Welke. Beider Gegner ist der unverwüstliche Kämpe Friedrich Merz, "der als einziger durch die Zeit reisen kann". Allerdings, so Welke, leider nur zurück in die 90-er.

Laschet wünsche sich, so Welke einen "friedlichen Übergang ohne öffentlichen Machtkampf." Welke erlitt beinahe einen Lachkrampf: "Wo nimmt der Armin nur immer seine Gags her. Wahnsinn!"

Wirkt in Sachsen umgekehrte Pychologie?

Keine allzu lustigen Nachrichten, so Welke, habe es zum Tag der Deutschen Einheit gegeben, jedenfalls, wenn man dorthin blicke, wo die AfD ihre Direktmandate holte - gen Osten. Sachsen und Thüringen sind recht fest in AfD-Hand, etwa im Erzgebirge gebe es, so Welke, "rechte Bubbles, die keiner mehr erreicht".

Zwar sei die Tatsache, dass sich die Parteispitze der AfD - vor allem Jörg Meuthen und Alice Weidel - untereinander spinnefeind sei ("SIe hassen sich!"), ganz okay, andererseits stimme der Erfolg der Impfgegner-Partie Die Basis bedenklich. Die holte "aus dem Stand" bundesweit 1,42 Prozent der Zweitstimmen - was ihnen rund 700.000 Euro als "Wahrkampfkostenerstattung" ("Tja, so ist die Rechtslage!") beschere.

Welke verwies auf die Propaganda des "radikalen Flügels der Basis", wonach "Impfen organisierte Massentötung" sei und stellte fest, dass in Sachsen 67 Prozent der Hardcore-Impfgegner aus purem Trotz ungeimpft bleiben wollten. Die heute-show präsentierte umgehend einen Lösungsansatz: umgekehrte Psychologie. "Wir verbieten ihnen einfach das Impfen, dann machen sie's", ganz nach dem Motto: "Sachsen - wir tun das Richtige erst, wenn ihr Schweine es uns verbietet!"

Sechs Stunden analoge Realität - der pure Horror!

Nichts zu lachen hatten die "jungen digital Natives", als zuletzt sechs Stunden lang Facebook, WhatsApp und Instagram die Grätsche machten und alle Bildschirme schwarz blieben. "Millionen junge Menschen wurden gnadenlos in die analoge Realität reingeworfen" (Welke) und durchlitten sechs schlimme Stunden voller Horror.

Für Mark Zuckerberg, Facebook-Chef, waren die Stunden auch dunkel, verlor er doch rund 60 Millionen Dollar an Werbegeldern und die Firmenaktien zuckten auch kurz nach unten. Zudem bereitete Whistleblowerin Francis Haugen Sorgen, die darüber auspackte, wie Facebook mit dem "Geschäftsmodell Hass" gutes Geld verdiene ("Permanente Wut bringt mehr Reichweite!"). "Warum hat wohl die AfD die meisten Facebook-Follower von allen Parteien?", fragte Welke. Nicht umsonst sprächen die Mitarbeiter von Facebook hinter vorgehaltener Hand von einem "Monster, das wir erschaffen" haben.

Die spinnen, die Briten: Merkel als Nachfolger von Boris Johnson?

Ulrich von Heesen (Dietrich Hollinderbäumer), Staatssekretär für Instagram und TikTok, berichtete, dass während der sechs Stunden auch die gesamte deutsche Außenpolitik lahmgelegt war - weil der Instagram-Account von Verteidigungsminister Maas (SPD) im Dunkeln lag. "Sonst machen wir ja nix an Außenpolitik, außer uns moralisch überlegen zu fühlen und anderen Ratschläge zu geben." Aber, so von Heesen, der Deutsche wolle gar keine Außenpolitik. Dafür müsse man "eine funktionierende Armee und so erwachsene Sachen" haben. Der Deutsche habe darauf keinen Bock: "Der will seine Autos verkaufen und gut ist."

Eine außenpolitische Prise Häme erlaubte sich das Team über "den englischen Patienten", Boris Johnson. "Von wegen 'Nach dem Brexit wird alles besser'", höhnte Welke angesichts von leeren englischen Supermarktregalen und akuter Benzinknappheit. Die sei darauf zurückzuführen, dass es vor allem an osteuropäischen Truckern fehle, die die englischen LKW fuhren, bevor "Boris sie nicht mehr haben wollte" (Welke).

Lutz van der Horst stellte in der Bevölkerung durchaus eine Unzufriedenheit bezüglich des Premierministers fest und bot Armin Laschet als Ersatz an: "Der hat demnächst viel Zeit!". Aber alles lässt der Brite dann doch nicht mit sich machen: "Kann ich nicht die Merkel haben?", meinte ein Passant, "die geht doch auch in Ruhestand." Van der Horst: "Okay, nimm sie."

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