Reggaeband

Sozialistische Revolution befürchtet: Britischer Geheimdienst spionierte UB40 aus

07.05.2021 von SWYRL

Was klingt wie ein Spionagefilm, war für die Band UB40 in den 1980er-Jahren Realität: Die Reggae-Stars wurden vom britischen Geheimdienst MI5 überwacht. Der Schlagzeuger Jimmy Brown blickte nun auf diese Zeit zurück.

Mit ihrem Hit "Red Red Wine" stürmten die Musiker von UB40 1983 die Charts. Doch nicht nur Musikliebhaber hatten die Reggae-Künstler auf dem Radar - sondern auch der britische Geheimdienst MI5. Der britischen Tageszeitung "The Guardian" gab der Schlagzeuger der Band, Jimmy Brown, nun Auskunft zu den Überwachungstaktiken der Agenten. Der Musiker sagte, er habe keine Idee, weshalb er und seine Band ins Visier des MI5 gerieten, denn "wir planten keine Revolution".

Trotzdem habe der Geheimdienst ihre Telefone abgehört und ihre Häuser beobachtet, beschrieb Brown: "Wir dachten uns: 'Gibt es nicht Kriminelle, die sie fangen müssen?' Wir waren nur ein Haufen Kiffer, die Gras rauchten und Musik machten und darüber sprachen, die Probleme der Welt zu lösen." Beim MI5 sah man das offenbar anders. Schon 1997 hatte der Whistleblower David Shayler eingeräumt, dass Spione Jahre damit zugebracht hätten, den Bandmitgliedern nachzustellen. Die Geheimdienstler vermuteten demnach, dass die Musiker Kommunisten seien und einen sozialistischen Umsturz planen.

Gegenüber dem "Guardian" meldete sich auch Sänger Ali Campbell zu Wort und erklärte: "Wir waren acht Leute, die seit der Schule arbeitslos waren und versuchten, durch den Thatcher-Sumpf aus Sch.... zu waten und dann darüber zu singen. Wir waren politisiert, wir waren entrechtet, und wir hatten eine Menge zu sagen." Unter anderem kritisierten die Musiker im Song "Madam Medusa" die Politik der damaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher.

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