Lu von Loser - Mo. 10.05. - ZDF: 23.55 Uhr

Schwangerschaft mit ausgestrecktem Zeigefinger

06.05.2021 von SWYRL/Hans Czerny

Lu, 32, ist Musikerin und - nicht ganz freiwillig - schwanger. "Lu" kommt von Loser, wie Lu in ihrer Selbsthilfegruppe sagt. "Mein Leben ist ein Theaterstück, und ich gucke zu", sagt sie. Ihre (Selbst-)Darstellerin Alice Gruia hat aus dem tristen Schwangerenleben eine sensible "Sadcom" gemacht.

Lu, 32, die Selbstdarstellerin der Webcomedy "Lu von Loser" (ZDF) ist Musikerin und irgendwie schwanger. Sie weiß nicht so recht, was sie mit ihrer Schwangerschaft und dem dicken Bauch anfangen soll. In der Selbsthilfegruppe, die sie besucht, soll sie erklären, warum sie mit ihrer Schwangerschaft "so hadert". Alles ist in Schieflage: der Kindsvater wird nicht wirklich gemocht, die Mutter, bei der sie neuerdings wieder eingezogen ist, nervt gewaltig, und die Band, in der sie Sängerin war, hat sie selbst verlassen. Jetzt haben die womöglich mit ihrem neuen Song sogar Erfolg. Lu nervt das gewaltig. "Mein Leben ist ein Theaterstück, und ich gucke zu", sagt sie. Genau das trifft für ihre Sad-Sitcom zu, die Alice Garcia als Selbstdarstellerin selbst gespielt und inszeniert hat. Die Reihe "Das kleine Fernsehspiel" zeigt zu später Stunde einen einstündigen Zusammenschnitt der zynisch-komischen Wahrheitsfindung.

Alice Gruia war zum Drehzeitpunkt tatsächlich selbst schwanger, ihr Neugeborenes spielt in der letzten Folge selber mit. "Die Drehbuchseiten flossen nur so aus mir heraus und am 1. Februar 2020 gingen die Dreharbeiten los - ohne Geld, ohne viel Zeit, aber mit einem hoch motivierten kleinen Team", erklärt die Regisseurin und Schauspielerin.

"Deadline war Mai, denn da war mein errechneter Geburtstermin. Mit Fake-Bauch zu drehen war keine Option für mich, Lu sollte so echt und persönlich sein wie mein eigener Babybauch." Lu sei "eine harte Nuss mit ausgestrecktem Zeigefinger" und "ein Loser nur aus ihrer eigenen Sicht". In Wahrheit sei sie widersprüchlich und interessant. Ihr Ziel sei es, ihr Kind "halt auf die Welt zu bringen" - trotz aller Einmischungen von außen und der nagenden Gewissheit, "dass während alldem das bisherige Leben eiskalt an ihr vorbeifährt". Eine bessere Darstellerin als sich selbst könnte die Regisseurin in ihrer ganzen Offenheit gar nicht haben.

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