"Schalom und Hallo" - Mo. 25.10. - ARD: 20.15 Uhr

Auf den Spuren des Judentums in Deutschland

21.10.2021 von SWYRL/Franziska Wenzlick

Das älteste Zeugnis für die Existenz jüdischer Gemeinden auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands stammt aus dem Jahr 321 und liegt somit 1.700 Jahre zurück. Anlässlich dieses Jubiläums widmet das Erste der deutsch-jüdischen Geschichte eine anderthalbstündige Dokumentation zur besten Sendezeit.

Jüdische Geschichte in Deutschland wird oft unweigerlich auf den Holocaust reduziert. Dabei leben Jüdinnen und Juden nachweislich bereits seit 1.700 Jahren hier und haben das Land nachhaltig geprägt. Anlässlich dieses besonderen Jahrestages hat sich "GZSZ"-Star, Moderatorin und Autorin Susan Sideropoulos für die ARD-Dokumentation "Schalom und Hallo" auf eine Reise durch ganz Deutschland begeben und auf den Spuren des Judentums ganz verschiedene Menschen getroffen. Der Film lässt Jüdinnen und Juden unterschiedlichster Couleur zu Wort kommen: religiös und säkular, liberal und konservativ, jung und alt. Doch eines verbindet sie alle: Sie leben in Deutschland - einem Land, in dem sich jüdisches Leben wohl so komplex gestaltet wie an wenig anderen Orten dieser Welt.

Die 90-minütige Doku zeigt einen Panoramablick mit aneinandergereihten ernsten, aber auch heiteren Momentaufnahmen und zahlreichen Ausflügen in die Vergangenheit. Etwa nach Köln, der "wohl ältesten jüdischen Gemeinde nördlich der Alpen", wo jüdische Bewohnerinnen und Bewohner im Jahr 321 zum ersten Mal in einem Dekret auf dem Gebiet des heutigen Deutschlands erwähnt wurden. Der Film beleuchtet jedoch nicht nur Vergangenheit, sondern vor allem auch die Gegenwart der hier lebenden Juden.

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Ein umfangreiches Bild der deutsch-jüdischen Geschichte

Sei es in Köln, Leipzig, Hamburg, München oder Berlin - jede Reise beweist, wie facettenreich jüdisches Leben und Kultur sind und verknüpft dabei das heutige Judentum in Deutschland mit prägenden historischen Ereignissen. So begleiten die Filmemacher Nina Koshofer und Allon Sander die Hochzeit der Künstlerin Romina, die viel Wert auf Rituale legt - sei es der jüdische Ehevertrag, in dem die Frau stets an erster Stelle steht, oder das traditionelle Zertreten des Glases, welches auch an das Jahr 70 erinnern soll, in dem die Römer die Stadt Jerusalem und die dortigen Tempel zerstörten.

"Schalom und Hallo" macht deutlich, wie facettenreich die deutsch-jüdische Geschichte bis heute ist und lässt neben Historikern auch Menschen wie die Berliner Gastronomin Shani Leiderman zu Wort kommen, die erklärt, wie fest Essen als Ausdruck der Zuneigung in der jüdischen Kultur verankert sei. Auch die Rabbinerin Jasmin Andriani ist ein Beispiel dafür, wie gelebtes Judentum im Deutschland im Jahr 2021 aussieht. Gerade in Deutschland haben Rabbinerinnen und Rabbiner eine "gesamtgesellschaftliche Aufgabe", so Andriani: In anderen Ländern liege der Fokus oft mehr innerhalb der jüdischen Gemeinde selbst, hierzulande hingegen sei es besonders wichtig, dass jüdische Stimmen auch anderweitig gehört werden.

Durch zahlreiche Interviews entsteht ein umfangreiches Bild einer Kultur, die seit Hunderten von Jahren auch Teil dieses Landes ist. Ob Folk-Musiker Daniel Kahn, Filmregisseur Peter Kahane, die Literaturwissenschaftlerin und Buchhändlerin Rachel Salamander oder die Autorin Linda Sabier - sie alle machen den Film zu einer erstaunlich lehrreichen Entdeckungsreise durch die deutsch-jüdische Geschichte.

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