Liebe ist unberechenbar - Fr. 15.01. - ARD: 20.15 Uhr

Mathe bis zum Happyend

08.01.2021 von SWYRL

Sie können offensichtlich gut miteinander und schicken sich an, ein neues Traumpaar des Fernsehens zu werden: 2018 drehten Tanja Wedhorn und Heino Ferch für das Erste den Italien-Trip "Liebe verjährt" miteinander, jetzt lassen sie die neue Paarkomödie "Liebe ist unberechenbar" folgen.

Professor Higgins lehrte einst seiner Eliza Doolittle, wie man richtig spricht: "Es grünt so grün ..." Dieser hier, Heino Ferch als mit Preisen gekürtes Mathematik-Genie Damovsky, versucht seiner Schülerin die Mathematik zu erklären. Zweck dieser Übung ist es, dem "Opfer", nämlich der Kellnerin des "Campus-Cafés" an einer Berliner Uni, dabei zu helfen, ihre Wohnung zu bewahren. Weil die Uni ab sofort nur noch wissenschaftliche Mitarbeiter als Mieter dulden will, wird Danovsky vom PR-Agenten der Uni als Mentor für Judith, die Kellnerin, eingeschleust. Sie soll Danovskys Mitarbeiterin werden. - Tanja Wedhorn und Heino Ferch geben als ungleiches Paar in "Liebe ist unberechenbar" ihr Bestes. Die Komik wirkt jedoch - kein Wunder bei diesem Plot - von Anfang an reichlich aufgesetzt.

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Gwisdeks letzte Rolle

Vielleicht sind die Gegensätze doch einfach zu groß zwischen dem Mathematik-Genie, das bereits in früher Kindheit eine Sozialphobie davontrug und der - warum auch immer - stets kurz behosten Kellnerin vom Uni-Café, der ein Dauerlächeln samt unentwegtem Optimismus ins Gesicht geschrieben ist. Beide wollen dennoch ihren Bildungsauftrag erfüllen, der da lautet, bei Jugendlichen Interesse für die Mathematik zu wecken. Allen Erwartungen entgegen, findet Damovsky an Judith jedoch von allem Anfang an Gefallen - er wird ein leichtes Opfer ihrer Unwiderstehlichkeit.

Dass der Professor einen vormals berühmten, jetzt aber nur noch versoffenen Komödianten zum Vater hat, gibt dieser Freitagskomödie dann einen hübschen Dreh. Michael Gwisdek ist in dieser Altenrolle - laut ARD soll es gar die letzte vor seinem Tod im September 2020 gewesen sein - ein weiteres Mal umwerfend komisch. Frei nach dem Slogan: "Einmal berühmt, immer berühmt" versteht er sich mit Judith blendend und weist dem genervten Mathematiker den späten späten Weg zurück ins Leben. Schade, dass die Regie (Ingo Rasper) die Künstlichkeit des Wolkenkuckucks-Drehbuchs (Jörg Lühdorff) überdreht, statt sie zurückzunehmen. Auch auf dem Freitagsboulevard ist in solchen Fällen Understatement angebracht.

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