Besonders verliebt - Di. 12.10. - VOX: 20.15 Uhr

Liebe ist für alle da

10.10.2021 von SWYRL/Christopher Schmitt

Ein "besonderes" Dating-Format? Eher Normalität. In einer neuen Dokutainment-Show bei VOX suchen körperlich oder geistig beeinträchtigte Menschen nach der großen Liebe. Über drei Folgen hinweg werden die Singles begleitet - bis zum großen Moment des ersten Dates.

Die Krankheit Akrozephalopolysyndaktylie Typ 2 ist äußerst selten, unter einer Million Menschen befindet sich statistisch gesehen weniger als ein Erkrankter oder eine Erkrankte. Doch der 23-jährige Tobias ist mit dem Carpenter-Syndrom - der geläufigere Name für die genetisch bedingte Krankheit - auf die Welt gekommen. Ein schweres Schicksal für den jungen Mann. Fehlbildungen können für ein unförmiges Gesicht, Kurzfingrigkeit oder sogenannte "Schwimmhäute" an Händen und Füßen sorgen. Nun unterstützt ihn seine Familie auf der Suche nach seiner ersten Partnerin. Tobias nimmt am neuen, dreiteiligen VOX-Dating-Format "Besonders verliebt" teil, in dem Menschen mit körperlicher oder geistiger Beeinträchtigung nach der großen Liebe suchen.

Dabei handelt es sich um die deutsche Adaption des preisgekrönten britischen Doku-Formats "The Undateables". "Besonders verliebt" formuliert den Anspruch, Zuschauenden einen authentischen Blick auf die Partnersuche beeinträchtigter Menschen zu gewähren. Neben Tobias hofft mit dem Münchner Igor auch ein Gehörloser das passende Gegenstück zu finden. Mit der 33-jährigen Mirjam ist sogar eine Para-Olympionikin mit dabei, die schon beachtliche sportliche Erfolge feiern konnte. Sie ist Teilzeit-Rollstuhlfahrerin, und nach zehn Jahren Single-Dasein möchte sie einen Mann kennenlernen, der ihre Sportleidenschaft teilt.

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Was ist "besonders"?

Über drei Folgen hinweg werden die Singles auf ihrer Liebesreise begleitet. Zunächst werden sie einer Agentur vorgestellt, dann wird ihnen ein Dating-Profil eingerichtet. Außerdem ist die Kamera bei den Vorbereitungen aufs erste Date mit dabei und schließlich auch, wenn der große Moment gekommen ist: Das Treffen mit dem "Match", bei dem die beeinträchtigten Singles darauf hoffen, dass beidseitig die Funken sprühen.

Durchaus löblich, dass beeinträchtigte Menschen allgemein sowie ihre Bedürfnisse einen Platz im deutschen Fernsehen finden. Zweifellos gilt es bei "Besonders verliebt", das ein oder andere Fettnäpfchen zu umschiffen. Mit dem Titel ist dies dem Dokutainment-Format schon einmal nicht gelungen. Trotz guter Absichten: Diese Menschen haben Sehnsucht nach Liebe, Nähe und Sexualität wie jede beziehungsweise jeder andere auch. Sie oder ihre Bedürfnisse deshalb als "besonders" zu kennzeichnen, was Außergewöhnlichkeit suggeriert, ist offensichtlich in Sachen Inklusion mindestens unglücklich.

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