ARD-Polittalk

Karl Lauterbach warnt bei Maischberger vor Sommerwelle und "der Herbst kommt schnell genug"

22.06.2022 von SWYRL

Gefühlt ist die Corona-Pandemie für viele Menschen Geschichte, doch die Inzidenzen sprechen eine andere Sprache. Ein schnelles Sinken der Zahlen erwartet Karl Lauterbach nicht, wie er im ARD-Polittalk "maischberger. die woche" erklärte. Umso wichtiger seien jetzt vorbereitende Maßnahmen für den Herbst.

Beständig hohe Inzidenzen, neue Virusvarianten - und doch scheint das Coronavirus im dritten Pandemiesommer nurmehr eine Nebenrolle zu spielen. Wäre da nicht Karl Lauterbach, der den Ernst der Lage immer wieder ins Gedächtnis ruft. Zwar zeigte der Gesundheitsminister am Dienstagabend bei "maischberger. die woche" Verständnis für den Freiheitsdrang der Menschen im Sommer: "Das darf man nicht wegnehmen." Im gleichen Atemzug aber betonte Lauterbach im ARD-Polittalk: "Der Herbst wird schnell genug kommen."

Dabei dürfe man schon jetzt die Sommerwelle nicht unterschätzen. Etwa 180 Todesfälle täglich seien "bestürzend". Diese Zahl sei jedoch nicht nur der Schwere der Krankheit zuzuordnen, sondern habe laut Lauterbach ihre Ursache auch im verbesserungswürdigen Vorgehen in den Krankenhäusern. "Wir brauchen ein viel besseres Behandlungskonzept", appellierte der 59-Jährige. "Viele der 180 Sterbefälle könnten wir verhindern, wenn die Medikamente, die wir schon haben und bezahlt haben, besser eingesetzt würden."

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"Wir müssen deutlich besser vorbereitet sein als im Herbst vor einem Jahr"

Ein überarbeitetes Behandlungskonzept werde in dem Sieben-Punkte-Plan inkludiert sein, den er am Mittwoch mit seinen Länderamtskollegen besprechen werde, stellte Karl Lauterbach in Aussicht. Die Marschroute sei klar: "Wir müssen deutlich besser vorbereitet sein als im Herbst vor einem Jahr." Über die genauen Maßnahmen, die die Bevölkerung ab Herbst erwarten, hielt sich der SPD-Politiker aber bedeckt. Exaktere Aussagen etwa über eine mögliche Maskenpflicht wolle er erst nach dem Gutachten des Expertengremiums zur Wirksamkeit der Corona-Maßnahmen und den Verhandlungen mit der FDP treffen, so Lauterbach.

Eines ließ er sich aber entlocken, nämlich dass "eine wirklich gute Impfkampagne" nötig sei. Die solle nach dem Dafürhalten des Politikers auch eine vierte Impfung für alle über 60-Jährigen enthalten. Forciert werden müssten zudem die Behandlung mit Corona-Medikamenten, ein besserer Schutz in Pflegeeinrichtungen und aussagekräftigere Daten über die Bettenauslastung in Krankenhäusern. Ebenso sei es ein Ziel, das Testwesen zu optimieren. "Bei der Qualitätskontrolle der Tests sind noch Reserven", konnte sich Lauterbach eine subtile Spitze gegen Amtsvorgänger Jens Spahn nicht verkneifen.

Spekulationen seitens Maischberger, dass das Gremium beinahe alle Einschränkungen für kontraproduktiv halten werde, widersprach er indes: "Das halte ich nicht für denkbar. Das würde mich sehr überraschen." Ebenso spielte Lauterbach die Diskrepanzen mit dem Koalitionspartner FDP, genauer gesagt mit Justizminister Marco Buschmann, herunter: "Ich sage voraus: Das Ganze wird viel weniger dramatisch ablaufen, als sich viele das vorstellen, der eine oder andere sich auch wünscht." Man werde sich einigen und gut vorbereitet sein, beschwor der Gesundheitsexperte.

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