Bei Markus Lanz

Karl-Josef Laumann verteidigt Laschet: "Da muss man nicht mehr nachtreten"

14.10.2021 von SWYRL

Nach dem enttäuschenden Ergebnis bei der Bundestagswahl wird in der Union diskutiert, wer als Nachfolger von Armin Laschet in Frage kommt. NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann sprang derweil bei "Markus Lanz" für Laschet in die Bresche.

Während die Koalitionsgespräche zwischen SPD, Grünen und FDP bereits in vollem Gange sind, scheint die Union nach der Bundestagswahl Ende September vor allem mit Zukunftssorgen zu hadern. Auch Karl-Josef Laumann (CDU), NRW-Gesundheitsminister, zeigte sich am Mittwochabend im ZDF-Talk bei Markus Lanz unzufrieden mit der derzeitigen Stellung seiner Partei. Im Rückblick auf den Wahlkampf bemängelte er vor allem den fehlenden Rückhalt für Kanzlerkandidat Armin Laschet - unter anderem von CSU-Chef Markus Söder, der in den vergangenen Monaten immer wieder gegen Laschet gestichelt hatte.

Die "Angriffe" von Markus Söder auf Armin Laschet seien stets so verpackt gewesen, dass man den Eindruck erhalten habe, Söder hielte sich für den besseren Kanzlerkandidaten, so Laumann. Er selbst teile diese Ansicht nicht: "Ich weiß nicht, ob der bayerische Ministerpräsident der bessere Kandidat für die Bundestagswahl gewesen wäre." Friedrich Merz hingegen habe einen guten Job im Wahlkampf gemacht und sich "loyal" gegenüber Laschet verhalten.

Auch Laumann selbst habe voll und ganz hinter dem Spitzenkandidaten gestanden: "Es hat gute Gründe gegeben, dass Menschen wie ich für Laschet waren." Laumann war und sei "der festen Überzeugung", dass Laschet die CDU gut vertrete - vor allem, da diesem bewusst sei, dass die Strömungen innerhalb der Partei breit gefächert seien. "Wir sind keine Arbeitnehmerpartei, aber wir sind auch keine Unternehmerpartei."

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"CDU unter 25 Prozent ist einfach schlecht"

Dass Laschet sein Amt als Vorsitzender nun nicht mehr halten könne, sei "kein Geheimnis", so Laumann. "Jeder weiß, dass die Zeit von Armin Laschet als Bundesvorsitzender der CDU zu Ende geht." Die Meinung, dass der diesjährige Kanzlerkandidat sich nun komplett aus der Politik zurückziehen müsse, teile Laumann nicht. Er hoffe, "dass Armin Laschet in unserer Partei wieder einen guten Platz findet", auch, weil er der festen Überzeugung sei, "dass er ein guter Politiker ist". Die ständige Kritik an seinem Parteikollegen, auch aus den eigenen Reihen, könne er nicht nachvollziehen. "Jeder weiß, dass Armin Laschet jetzt politisch - wenn man das mal so sagen darf - doch am Boden liegt, und da muss man nicht mehr nachtreten."

Nun zähle jedoch vor allem das Endergebnis - und mit dem sei Laumann so gar nicht zufrieden. "CDU unter 25 Prozent ist einfach schlecht." Wie also soll es weiter gehen? Klar sei: Den Vorsitz werde niemand übernehmen können, "der nicht über eine gewisse politische Erfahrung verfügt", so Laumann. Dies sei bei Jung-Politikern wie Philipp Amthor schlicht nicht gegeben. Auch eine weitere Personengruppe schloss Laumann für die Nachfolge von Armin Laschet aus: "Bei den Frauen sehe ich zurzeit niemanden so richtig, der das machen könnte."

Lanz zählte sogleich auf, wer demnach noch im Rennen sei: Norbert Röttgen, Jens Spahn, Friedrich Merz, Carsten Linnemann und Ralph Brinkhaus. "Wen würden Sie wählen?", fragte der Moderator - und biss damit bei Laumann auf Granit. Auch Lanz' Vorschlag, Laumann selbst könnte den Vorsitz der Partei übernehmen, wehrte der NRW-Gesundheitsminister ab: Er regiere lieber aus der zweiten Reihe mit.

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