Der Ausbruch - War die Pandemie vermeidbar? - Di. 17.05. - ZDF: 20.15 Uhr

Im Kampf gegen Covid-19 wurde wertvolle Zeit verspielt

14.05.2022 von SWYRL/Hans Czerny

Am 31. Dezember 2019 wurde die Weltgesundheitsorganisation WHO über Fälle von Lungenentzündung in der chinesischen Stadt Wuhan informiert, bald darauf vermeldeten chinesische Behörden ein neuartiges Coronavirus namens "2019-nCoV". Eine weltweite Pandemie brach aus. Ob sie zu verhindern gewesen wäre, fragt eine neue ZDF-Dokumentation.

Am 31. Dezember 2019 wurde die Weltgesundheitsorganisation WHO mit Verzögerung, über Fälle von Lungenentzündung mit "unbekannter Ursache" in der chinesischen Stadt Wuhan informiert. Am 7. Januar 2020 gaben chinesische Behörden dann als Ursache der Infektionen ein neuartiges Coronavirus bekannt, das vorläufig als "2019-nCoV", später als "Covid 19 Virus", bezeichnet wurde. Das Virus breitete sich sehr bald weltweit aus. Erst am 30. Januar 2020 wurde der Ausbruch von der WHO zu einer "gesundheitlichen Notlage von internationaler Tragweite" erklärt. Bis zum März 2020 kam es zu massenhaften Erkrankungen weltweit und zu tausenden von Todesfällen.

"Perfektion ist der Feind des Guten", sagt im nicht unkomplizierten Film von Michael Wech der Medizinforscher Jeremy Farrar, "Schnelligkeit schlägt Perfektion." Zu Beginn der Pandemie wurde durch die verordnete Geheimhaltung der chinesischen Behörden wertvolle Zeit versäumt, die Forscher in aller Welt dringend benötigt hätten, um aufgrund der Gensequenz des Virus Impfstoffe und Tests zu entwickeln. Der größte Fehler bei einem grassierenden Virus sei es, "sich nicht zu bewegen" und "aus Angst nichts zu tun."

Inzwischen forderte Corona bekanntlich Millionen von Menschenleben und schränkte das wirtschaftliche wie soziale Leben weltweit ein. "War es wirklich unvermeidbar, dass die Pandemie ein solches Ausmaß annahm?", fragt der unter anderem mit dem Deutschen Fernsehpreis ausgezeichnete Autor Michael Wech in seiner 90-Minuten-Dokumentation nach dem hiesigen Abklingen der Seuche. Wech beleuchtet dabei vor allem die Schlüsselmomente der ersten zehn Wochen nach der Entdeckung des Virus im chinesischen Wuhan sehr genau. Er kommt mit dem angesehenen britischen Medizinforscher Farrar zu dem eindeutigen Befund: "Wir hätten die Pandemie verhindern können."

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Wertvolle Tage und Wochen wurden verspielt

Der ZDF-Film "Der Ausbruch" lenkt das Augenmerk weniger auf Corona-Hotspots und verspätete Lockdowns, als vielmehr auf eine Forschung, die zunächst mit Hindernissen und Verzögerungen durch die Behörden zu kämpfen hatte. Zusätzlich habe aber auch die WHO "die Möglichkeit einer Mensch-zu-Mensch-Übertragung des Virus" bis Ende Januar 2020 heruntergespielt, "obwohl schon längst Beweise für das Gegenteil vorlagen". Zur selben Zeit schenkten beim 50. Weltwirtschaftsforum in Davos führende Politiker und Entscheider aus aller Welt der aufkommenden Pandemie keinerlei Aufmerksamkeit. Politiker und Laien in aller Welt beschwichtigten in der Zeit der Ungewissheit und mahnten zur Gelassenheit - allen voran Donald Trump und der Brite Boris Johnson. "Es ist wie bei einem Hurrikan", sagt ein Wissenschaftler, "man muss die Maßnahmen treffen, wenn die Sonne scheint."

In Wechs Film kommen Investigativjournalisten ebenso zu Wort wie Forscher, die weit vor der Pandemie nichtmedikamentöse Maßnahmen wie Isolation und Nachverfolgung ins Auge fassten. Vertrauliche Aufzeichnungen zeigen jedoch, "wie chinesische Behörden die Welt wider besseres Wissen über Wochen im Unklaren ließen und die Eindämmung der Pandemie verschleppten". Danach machten andere Länder die gleichen Fehler. Die Welt hätte, so Wechs Fazit, besser auf die Pandemie vorbereitet sein können. "An ihrem Beginn wurden wertvolle Tage und Wochen im Kampf um ihre Eindämmung verspielt." Weitere Wochen und Monate folgten.

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