Andrea Kiewel im Interview

"Ich hoffe, dass wir uns gegenseitig vergeben"

08.05.2021 von SWYRL/Elisa Eberle

Seit 35 Jahren begeistert der "ZDF-Fernsehgarten" nun schon seine Zuschauer. Zum Auftakt der Jubiläumssaison am kommenden Sonntag, 9. Mai, blickt Andrea Kiewel auf ihre persönlichen Highlights der vergangenen Jahre und die besonderen Herausforderungen während der Pandemie zurück.

Sie ist das Gesicht des "ZDF-Fernsehgartens": Seit 21 Jahren präsentiert Andrea Kiewel an rund 20 Sommersonntagen im Jahr den "ZDF-Fernsehgarten" aus Mainz. Lediglich im Jahr 2008 wurde sie zeitweilig durch Ernst-Marcus Thomas ersetzt. Am kommenden Sonntag, 9. Mai, eröffnet Kiewel um 12 Uhr die 35. Sommersaison der beliebten Unterhaltungsshow. Im Sendezentrum auf dem Mainzer Lerchenberg empfängt sie, wie gewohnt, zahlreiche namhafte Gäste, darunter die Musiker Giovanni Zarrella und Maite Kelly, die YouTuberin Saliha "Sally" Özcan sowie der Zauberkünstler Hans Klok. Leider findet das Spektakel aufgrund der weiterhin geltenden Corona-Maßnahmen auch in diesem Jahr ohne Live-Publikum statt. Wie sehr sich der Charakter der Show dadurch verändert und worauf sie sich nach der Pandemie am meisten freut - das verrät die 55-jährige Kiewel im Interview.

teleschau: Auch dieses Jahr wird der "Fernsehgarten" unter ganz besonderen Bedingungen stattfinden. Wie sehr beeinflusst das fehlende Live-Publikum den Ablauf?

Andrea Kiewel: Unsere Produktionsbedingungen sind deutlich einfacher als im Sommer 2020, denn inzwischen wissen wir, worauf es ankommt, und wie wichtig es ist, Rücksicht zu nehmen, damit alle Mitwirkenden und "Fernsehgärtnerinnen und -gärtner" gesund bleiben. Diese Erfahrungen des letzten Sommers sind eine sichere Bank, dennoch ist der leere Fernsehgarten etwas, woran ich mich persönlich niemals gewöhnen werde. Aber hoffentlich nimmt der Impf-D-Zug in Deutschland Fahrt auf, sodass wir im Laufe des Sommers endlich wieder rufen können: "Hallo, liebe Zuschauer!" - und Tausende klatschen und jubeln und winken.

teleschau: Welche Erfahrungen konnten Sie im vergangenen Jahr unter Pandemiebedingungen sammeln, welche Ihnen in der neuen "Fernsehgarten"-Saison vielleicht helfen?

Kiewel: Im letzten Sommer habe ich viel Energie damit verschwendet, Dinge ändern zu wollen, die unveränderbar waren. Zu akzeptieren, dass andere über mein Leben bestimmen, war nur sehr schwer zu ertragen. Diesbezüglich bin ich viel klüger geworden, mit Unabänderlichkeiten beschäftige ich mich gar nicht mehr.

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"Inzwischen hoffe ich, dass wir uns gegenseitig vergeben"

teleschau: Auf was freuen Sie sich am meisten, wenn hierzulande wieder ein nahezu coronafreier Normalzustand herrscht?

Kiewel: Das ist eine wirklich interessante Frage. Noch vor einem Jahr hätte ich ohne nachzudenken geantwortet: "Auf's Drücken und Küssen". Inzwischen hoffe ich, dass wir uns gegenseitig vergeben, dass wir wieder geduldiger und toleranter miteinander werden. Wenn unser Umgangston wieder freundlicher wird, dann spielen wir alle in der selben Mannschaft: Team Liebe.

teleschau: Der "Fernsehgarten" feiert in diesem Jahr sein 35-jähriges Bestehen. Sie selbst sind - mit Unterbrechung - seit dem Jahr 2000 mit dabei. Was war bislang Ihr größtes Highlight, was Ihre größte Enttäuschung im Rahmen der Sendung?

Kiewel: Noch nie hat mich mein "Fernsehgarten" enttäuscht, und es gibt nichts, was ich mir mehr wünsche, als dass er dasselbe über mich sagen würde. Am meisten in Erinnerung ist mir natürlich die Mallorca-Show geblieben, die wir eines Gewitters wegen kurzerhand verkleinern mussten - dennoch waren das Vergnügen, der Spaß um so größer. Dass ich tatsächlich live und in Farbe im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ein wenig Anarchie spielen durfte, wird immer eine meiner schönsten Überraschungen bleiben.

(Insgesamt 20 Ausgaben "ZDF-Fernsehgarten" wird Andrea Kiewel in diesem Jahr live präsentieren. Den Saisonabschluss bildet eine große Jubiläumsshow am Sonntag, 26. September.)

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