Ice Age 4 - Voll verschoben - Sa. 12.06. - SAT.1: 20.15 Uhr

Platt, platter, Plattentektonik

10.06.2021 von SWYRL/Jasmin Herzog

Früher war alles besser! Im Falle dieser "Ice Age"-Fortsetzung trifft das leider zu.

Das Eiszeit-Heldentrio ist wieder da - mit einer ordentlichen Portion Probleme im Schlepptau: Mammut Manni (Sprecher: Arne Elsholtz), Faultier Sid (Otto Waalkes) und Säbelzahntiger Diego (Thomas Fritsch) bekommen es in "Ice Age 4 - Voll verschoben" (2012) mit der Kontinentalverschiebung, pubertierenden Töchtern, verrückten Großmüttern und wilden Piraten zu tun. Klingt überfrachtet? Ist es auch. Es sind schlicht zu viele Figuren, die im vierten Abenteuer losgelassen werden. Dass Dialoge, Geschichte und Charaktere langsam verbraucht wirken, kommt erschwerend hinzu. Gestört hat das allerdings kaum: Ins Kino lockte der Trickfilm als 3D-Spektakel mehr als sechs Millionen Zuschauer - jetzt zeigt ihn SAT.1 als Wiederholung.

Manni sorgt sich übermäßig um seine in Teil drei geborene Tochter Peaches, die mittlerweile zum kessen Teenie gereift ist. Sie will mit allen Mitteln den coolen Mammutjungen Ethan beeindrucken und setzt dafür sogar ihre Freundschaft zur igelartigen Maulwurfsratte Louis aufs Spiel. Und Sid wurde von seiner durchreisenden Familie kurzerhand mit der Beaufsichtigung seiner Oma betraut, die nicht nur ein imaginäres Haustier, sondern auch ganz besonderen Charme besitzt.

Als ob das nicht schon genügend Probleme und neue Charaktere wären, bringt die sehr plötzlich einsetzende Kontinentalverschiebung jeweils noch weitere mit sich: Das Eiszeit-Heldentrio wird zusammen mit Oma vom Rest der Familie getrennt und auf einer Eisscholle aufs offene Meer hinausgetragen - und die Heimreise von einer grimmigen Piratentruppe ausgebremst.

Abonniere doch jetzt unseren Newsletter.

Das Happy End steht außer Frage

Die "Ice Age"-Filme lebten immer eher von ihren sympathischen Akteuren als von der eigentlichen Handlung - und lange Zeit schienen die Macher sich dessen auch bewusst. Doch die Regisseure Steve Martino und Michael Thurmeier müssen in diesem Fall zu viele neue Charaktere gleichzeitig behandeln. Das Resultat: Neuzugänge wie Mammut-Töchterlein Peaches oder Sids senile Oma werden oberflächlich eingeführt.

Auch in Sachen Humor beschreitet "Ice Age 4" einen anderen Weg als seine Vorgänger: Es gibt sie noch, die großen Lacher, wenn Säbelzahneichhörnchen Scrat einmal mehr seiner geliebten Nuss hinterherjagt. Doch die Dialoge der Eiszeittiere haben merklich an Biss verloren, der Wortwitz wurde auf ein deutlich jüngeres Publikum zugeschnitten als früher.

Das Happy End jedoch steht zu keinem Zeitpunkt außer Frage. Obwohl es ja gar kein richtiges Ende ist: Nach "Ice Age 5" im Sommer 2016 wurde mittlerweile bereits der sechste Teil der Eiszeit-Animationssaga für 2022 angekündigt. Welche Abenteuer die illustre Truppe dann erleben wird, ist bislang nicht bekannt.

Das könnte dir auch gefallen


Trending auf SWYRL