Brokenwood - Mord in Neuseeland: Der schwarze Witwer - So. 18.10. - ARD: 21.45 Uhr

Hauen und Stechen im Land der Hobbits

10.10.2020 von SWYRL

Detective Mike Sheperd, der sympathisch schrullige Großstädter im Einsatz im Hinterland, ermittelt wieder. Er bekommt es in der neuen Mini-Staffel mit vier neuen Fällen zu tun, die mit Scharfsinn, Durchsetzungskraft und trockenem Humor gelöst werden wollen.

Es ist das Land der wunderschönen weiten Landschaften, der weitgehend unberührten Natur und der Filmkulissen, die Erinnerungen an Hobbits, Orks und Trolls hervorrufen. Neuseeland lebt recht gut von den sehnsuchtsvollen Klischeevorstellungen, die man weltweit mit der abgelegenen Inselgruppe verbindet. Mit dem Auftaktkrimi "Brokenwood: Mord in Neuseeland - Der schwarze Witwer", den das Erste auf dem prominenten Sendeplatz nach dem "Tatort" in deutscher Free-TV-Erstausstrahlung zeigt, startet die mittlerweile dritte Ministaffel der beliebten Krimireihe. Insgesamt warten vier neue Filme auf die Zuschauer. Und die Fälle bedienen diesmal gängige "Herr der Ringe"-Erwartungen und ziehen sie genüsslich durch den Kakao.

Mittlerweile hat sich der schrullige Ex-Großstädter Detective Mike Sheperd (Neill Rea) ganz gut in der provinziellen Abgeschiedenheit seiner neuen Wirkungskreise rund um Brokenwood eingelebt. Er führt gerne Zwiegespräche mit seinen Verbrechensopfern, um ihnen auf eine Art, die Kollegen kopfschüttelnd für ein wenig zu spirituell halten, Hinweise aus dem Jenseits zu entlocken. Dabei steht der Genussmensch sonst eigentlich sehr solide mit beiden Füßen auf dem neuseeländischen Boden. Seine Vorlieben - zur Country-Musik, zu alten Autos - sind recht irdisch. Nur um seine Vergangenheit mit mehr als einer Ex-Frau macht er weiterhin ein Geheimnis. Genießer können schweigen - mit humorvoller Gelassenheit.

Mord im mystischen Spinnenwald

Im ersten neuen Einsatz ist nicht nur von den Ermittlern, sondern auch von den Zuschauern ein Extramaß an Humor gefordert. Immerhin haben sich Drehbuchautor Timothy Balme und Regisseur Mark Beesley ein etwas albernes Ausgangsszenario ausgedacht, das natürlich - Hobbits, wir hören euch trapsen - an die Kino-Produktionserfolge des Landes erinnern soll. So werden Mike Sheperd und seine souverän zupackende Kollegin Kristin Sims (Fern Sutherland) auf das Gelände einer Filmlocation-Tour gerufen, in der Szenen im mystischen Spinnenwald der "Herr der Ringe"-Filme gedreht wurden.

Normalerweise ist die Attraktion der Touristentour der Schrecken, den das Labyrinth der gruseligen Spinnennetze auslösen soll. Diesmal ging der Spaß allerdings zu weit: In einem dichten weißen Knäuel eingesponnen wird die Tourleiterin Debbie aufgefunden - tot. Als Todesursache muss ein Biss der Katipo-Spinne angenommen werden. Doch rasch kommen Sheperd und seinem Team Zweifel. Eine Arachnologin weist darauf hin, dass die Dosierung des Gifts viel höher war, als sie üblicherweise in einem einzelnen Krabbeltier anzufinden gewesen wäre. Also ein Mord. Nur mit welchen Hintergründen? Sheperds Zähigkeit im Aufdecken und Enthüllen ist gefordert.

Unaufgeregte "Barnaby"-Betulichkeit

Wie schon in den ersten beiden Staffel der Krimi-Reihe, die das Erste seit vergangenem Jahr ausstrahlt, um für Abwechslung auf dem späten Sonntagabend-Sendeplatz zu sorgen, kann man Brutalität und Biss der Filme nicht immer ganz ernst nehmen. Der Charme der "Brokenwood"-Krimis ist liebenswert schrullig, gelegentlich etwas betulich. Somit liegen Fans nicht ganz falsch, wenn sie sich an die britische Krimiserie "Inspektor Barnaby" erinnert fühlen. Hektisch wird es in diesem Neuseeland selten. Die Filmhandlung mäandert meist gemütlich dahin, aufgelockert durch tolle Schauplätze, knorrige Charakterstudien und meist durchaus witzige Dialoge.

Weiter geht es 18. Oktober mit dem zweiten neuen "Brokenwood: Mord in Neuseeland"-Fall "Das Spiel vom Tod", der Film "Benzin im Blut" folgt am 7. November, "Blutige Verlobung" dann am 5. Dezember. Alle Ausstrahlungen sind jeweils sonntags, um 21.45 Uhr, angesetzt.


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