Daheim in den Bergen - Brüder - Fr. 09.04. - ARD: 20.15 Uhr

Ein Erbstreit, der ewig währt

05.04.2021 von SWYRL/Hans Czerny

Der Erbstreit zwischen den Leitners und den Hubers entpuppt sich als generationenübergreifend. Viel los im nächsten Film der ARD-Heimatreihe, die 2018 startete.

Die etwas herbe Familiensaga zwischen den Leitners und den Hubers, beides Bergbauernfamilien im schönsten Oberallgäu, ist zweifellos eine Never Ending Story, wie sich im siebten Film der Freitagsreihe "Daheim in den Bergen" mit dem Titel "Brüder" (Regie: Markus Imboden) erweist. Seit 2018 wird die Reihe, die prachtvolle Landschaften mit Familiengeschichten vermengt, im Ersten gezeigt.

Schwer haben die Leitner-Brüder Georg und Florian (Thomas Unger, Matthi Faust) am umstrittenen Erbe ihres tödlich verunglückten Vaters zu tragen. Georg, der Ältere, sieht sich als rechtmäßiger Alleinerbe und möchte aus dem schon in der Vergangenheit von ihm betreuten Hof ein Hotel mit Restaurant und Reiterhof machen. Doch Florian, der sich darob benachteiligt sieht, wehrt sich eminent. Auch Marie Huber (Catherine Bode), die Tochter des Nachbarbauern, macht Georg das Leben schwer: Ein zäher Kampf ums Sorgerecht der gemeinsamen kleinen Tochter beginnt.

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Arg anstrengende Gender Diversity auf dem Bergbauerhof

Marie hat sich zwar auf eine Liebesnacht im Heu mit dem armen, in Scheidung lebenden Georg eingelassen, doch das Sorgerecht für die kleine Fritzi will sie ganz alleine für sich. Aber auch sonst wehrt die Jung-Käserin von der Alm auf jede erdenkliche Weise alle weiteren Annäherungsversuche des armen Georg ab.

Es droht ein weiterer Rechtsstreit - an eben sollchen herrscht bereits bislang kein Mangel. Der Bergbauern-Erbstreit schwelt, und Lisa ((Theresa Scholze), Maries in die Heimat zurückgekehrte Schwester, droht gar der Lizenzentzug als Anwältin, weil sie beim aufrechten Kampf um den alternativen örtlichen Kulturbahnhof angeblich die Geheimnisse der gegnerischen Investoren für sich verwendet hat.

Aus dem etwas anderen Heimatfilm, der mal nicht in Friede-Freude-Eierkuchen samt Happy-End machen will, wird so ein Sozialdrama, das sich zu großen Teilen in seinen Motiven wiederholt. Obwohl Markus Imboden, der Regisseur, mit Allgäuer Bergpanoramen und dezentem Ziehharmonika-Score immer wieder Pausen setzt, ergreift einen doch unwillkürlich die Sehnsucht nach einem saftigen Ganghofer- oder wenigstens Bergdoktor-Milieu. Alleine, wie sich Christoph M. Orth als spät geouteter leiblicher Vater Florian Leitners um zwei syrische Flüchtlingsjungen kümmert, hat Lockerheit und natürlichen Charme. Eine wohltuend glaubhafte Sozialarbeiter-Episode in einer ansonsten arg anstrengenden familiären Gemengelage. Die achte Folge der Reihe, "Die Bienenkönigin", sendet das Erste am Freitag, 16. April, 20.15 Uhr.

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