An seiner Seite - Mo. 10.05. - ZDF: 20.15 Uhr

Ein Ehedrama zum Geburtstag

08.05.2021 von SWYRL/Maximilian Haase

Ein melancholisches Ehedrama in Starbesetzung: Senta Berger und Peter Simonischek loten in "An seiner Seite" aus, was es heißt, für den anderen Träume aufzugeben. Anlässlich des des 80. Geburtages der gebürtigen Wienerin wiederholt ZDF den Film, der zuvor auf ARTE Premiere feierte.

Wenn Senta Berger am 13. Mai ihr 80. Lebensjahr vollendet, kann sie auf eine erfüllte und beispiellose Karriere zurückblicken. Doch warum nostalgisch werden? Schließlich beweist die gebürtige Wienerin ihr schauspielerisches Können aktuell wieder einmal sehr eindrücklich. Im Ersten brillierte sie schon im Februar im Drama "Martha und Tommy" mit Jonathan Berlin in einer ernsten wie mitreißenden Rolle. Kurz vor ihrem Jubeltag widmen ihr auch das ZDF und ARTE in einer Koproduktion einen melancholischen Film, den ein paar Tage nach dem deutsch-französischen Sender nun auch das Zweite zeigt: In "An seiner Seite" spielt Berger eine Frau, die ihr Leben ihrem berühmten Mann widmet. Was macht das mit einer Ehe? Gemeinsam mit ihrem österreichischen Kollegen Peter Simonischek sucht Berger unter Regie von Felix Karolus nach Antworten.

In ruhigen Bildern nähert sich der Film den Szenen einer Ehe, wie sie in gewissen bundesrepublikanischen Schichten wohl lange Normalität war - und ist. Senta Berger verkörpert in ihrer Rolle als Charlotte Kler jenen Typus von Ehefrau, die sich immer und ganz selbstverständlich dem Mann unterordnete, in diesem Fall ihrem Gatten Walter, einem berühmten Orchesterleiter (Simonischek). Nach Jahren des von seiner internationalen Karriere geprägten Lebens zwischen Los Angeles und Tokio ist das Paar endlich nach München zurückgekehrt. Auf die Zeit der Entbehrung soll nun mehr Zeit für die Familie folgen - genaugenommen für Tochter Viola (Antje Traue) und Enkelin Lisa (Laila Marie Noëlle Padotzke).

Trotz des gegenseitigen Versprechens, mehr füreinander da zu sein, bereitet sich Walter bereits auf ein Engagement in New York vor. Man ahnt, dass er derlei Entscheidungen schon immer ohne seine Frau traf. Es ist die Krux dieser Generation, deren patriarchales Selbstverständnis lange Zeit als völliger Konsens erschien: Wenn der Mann arbeitet, aufsteigt, Großes schafft, hat die Frau einfach mitzuziehen. Doch immerhin: Charlotte erkennt langsam, was ihr im Leben gefehlt hat, wie narzisstisch ihr Mann sich über die Jahre verhalten hat. Dass es dafür die Figur eines weiteren Mannes braucht, kann man dem Drehbuch zwar vorwerfen, gestaltet sich aber immerhin recht charmant: Thomas Thieme spielt den Witwer Martin Scherer, der Charlotte hilft und sie berät - unter den skeptischen Augen ihres Mannes und ihrer Tochter. Das ist an manchen Stellen recht gefällig, doch bei alldem immer aufrichtig und sympathisch - vor allem Dank einer tollen Senta Berger in der Hauptrolle.

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