28.11.2025 von SWYRL
MagentaTV verlegt den Erfolgsroman "Smillas Gespür für Schnee" in die nahe Zukunft, während in "Oh. What. Fun." auf Prime Video eine Mutter kurz vor den Weihnachtsfeiertagen in Streik tritt. Welche Streaming-Highlights die kommende Woche noch bereithält, verrät die Übersicht.
Ob das Leben im Kopenhagen des Jahres 2040 Spaß machen wird, wer weiß?! George Orwell wäre vermutlich stolz auf einen technokratischen Überwachungsstaat, wie ihn BAFTA-Preisträgerin Amma Asante in der Serien-Neuauflage von "Smillas Gespür für Schnee" bei MagentaTV entwirft. Was die Streamer in den nächsten Tagen noch zu bieten haben, erfahren Sie in der Übersicht.
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"Smillas Gespür für Schnee" - MagentaTV
Dänemark in der nahen Zukunft: Während die Menschen unter den Folgen einer akuten Energiekrise leiden, soll eine staatlich verordnete Bodycam-Tragepflicht die Bürger unter Kontrolle halten. "Zum Schutz der Gemeinschaft", wie es unheilvoll mittels Lautsprecheranlagen durch die vereisten Straßen dröhnt. Inmitten dieser unwirtlichen Umgebung knüpft die sechsteilige Thrillerserie "Smillas Gespür für Schnee" (ab 1. Dezember, MagentaTV) nahtlos an die Romanvorlage von Peter Høeg an. Der kleine Inuitjunge Isaiah (Silver Wolfe) stürzt von einem Hochhausdach in den Tod. Während die Polizei an einen tragischen Unfall beim Spielen glaubt, ist sich die zurückgezogen lebende Wissenschaftlerin Smilla (Filippa Coster-Waldau) sicher: Isaiah hätte sich schon alleine wegen seiner Höhenangst niemals auf das Dach gewagt.
Deshalb beginnt Smilla, auf eigene Faust nachzuforschen. Mit ihrem Nachbarn Rahid (Elyas M'Barek) enthüllt sie eine verhängnisvoll schief gelaufene Grönland-Expedition, bei der einst Isaiahs Vater ums Leben kam. Derlei Recherchen kann das damals auftraggebende Unternehmen Prospectus gar nicht gebrauchen ...
Mit dystopischen Szenarien kennt sich Regisseurin Amma Asante aus: In der Vergangenheit inszenierte sie unter anderem einzelne Episoden der preisgekrönten Serie "The Handmaid's Tale". Nun verpasst sie Peter Høeg Stoff "Smillas Gespür für Schnee" eine Frischzellenkur. Im winterlich-tristen Dänemark präsentiert sie ihren deprimierenden Entwurf einer nicht allzu fernen, aber alles andere als erquicklichen Zukunft. Strom in den Wohnungen fließt nur nach vorheriger Handy-Anmeldung, Wahlberechtigungen gibt es nur gegen Loyalitätsscreenings und wird die Bodycam-Tragepflicht missachtet, droht die Ausstattung mit einer Halsfesselkamera.
"The Abandons" - Netflix
Wer alles hat, nimmt sich gerne noch mehr: Es ist ein klassischer Konflikt, von dem "Sons of Anarchy"- Schöpfer Kurt Sutter in seiner neuen Serie "The Abandons" (ab 4. Dezember bei Netflix) erzählt. Im Mittelpunkt des achtteiligen Westernepos stehen zwei willensstarke Frauen, die sich im Jahr 1854 im Washington Territory in erbitterter Feindschaft gegenüberstehen.
Die Lebensentwürfe von Constance Van Ness ("Akte X"-Star Gillian Anderson) und Fiona Nolan ("Game of Thrones"-Tyrannin Lena Headey) könnten nicht anders sein. Während Van Ness reich und gierig ist, steht Nolan einer verarmten Patchwork-Familie vor. Die beiden Matriarchinnen streiten um die Vorherrschaft auf einem Stück Land, das reiche Silbervorkommen birgt. Es ist eine klassische Geschichte von Gesetz und Gesetzlosigkeit, mit der Netflix den aktuellen Appetit auf Westernserien befriedigt. Hochkarätig besetzt und aufwendig produziert hat "The Abandons" durchaus Hitpotenzial.
"Oh. What. Fun." - Prime Video
Was wäre das Weihnachtsfest nur ohne Mütter? Schließlich sind es in den meisten Familien sie, die die Geschenke kaufen und verpacken, das Wohnzimmer festlich schmücken und das Essen für die Festtage zaubern. Nicht anders ist die Aufgabenverteilung bei Familie Clauster in der neuen Weihnachtskomödie "Oh. What. Fun." (ab 3. Dezember, Prime Video): Claire Clauster (Michelle Pfeiffer) gibt Jahr für Jahr alles, um ihrem Ehemann Nick (Denis Leary) und ihren drei erwachsenen Kindern Channing (Felicity Jones), Taylor (Chloë Grace Moretz) und Sammy (Dominic Sessa) ein schönes Weihnachtsfest zu garantieren.
Doch dieses Jahr haben die Liebsten den Bogen überspannt: Nicht nur haben sie vergessen, Claire für den großen alljährlichen Weihnachtsmutter-Wettbewerb vorzuschlagen. Ausgerechnet bei einem Ausflug, den Claire für die ganze Familie geplant hat, wird sie auch noch zu Hause zurückgelassen. Claire packt daraufhin ihre Sachen und verschwindet. Während die verzweifelten Familienmitglieder nach ihr suchen, erlebt die Frau ein ganz besonderes Weihnachtsfest, das ganz anders verläuft als geplant.
"Jay Kelly" - Netflix
Mit dem Alter kommen die Zweifel, mit den Zweifeln kommen die Krisen - und irgendwann ist die Luft raus bei George Clooney. Der Hollywood- Superstar spielt in "Jay Kelly" einen der größten Filmstars der Welt - dem es gerade überhaupt nicht gut geht. Also schickt ihn Regisseur Noah Baumbach ab 5. Dezember bei Netflix mit großer Entourage und Klamauk nach Europa.
Die Dreharbeiten seines letzten Films sind beendet, da wird Jay Kelly von der Wirklichkeit eingeholt. Sein Mentor stirbt, ein Kollege macht ihm heftige Vorwürfe, seine Töchter suchen das Weite. Dem Filmstar wird bewusst, dass er einige Chancen verpasst hat in seinem Leben. Die sucht er nun mit Hilfe seines von Adam Sandler Oscar-reif gespielten Agenten und einer Heerschar von Assistenten in Frankreich und Italien.
Humorvoll und berührend will "Jay Kelly" der Filmbranche einen Spiegel vorhalten. Doch weder Baumbach noch Clooney können aus ihrer Haut: Sie wollen Hollywood auf die Schippe nehmen, doch Hollywood dreht sich nun mal am liebsten um sich selbst. Diese Eitelkeit kann der Film nicht ablegen. Das sei ihm verziehen: Ein Genuss zum Schwelgen und Schwärmen ist Netflix' Angriff auf die Oscars allemal.



