Zimmer mit Stall - Schwein gehabt - Fr. 26.11. - ARD: 20.30 Uhr

Rückkehr einer verlorenen Tochter

21.11.2021 von SWYRL/Hans Czerny

Im zweiten der eng aufeinanderfolgenden "Zimmer mit Stall"-Filme sind sie auf dem Fuchsbichlerhof endlich einmal frei von sonstigen Pacht- und Vermietungssorgen. Dafür kündigen sich mit Barthls Tochter und einem Hamburger Ehepaar höchst überraschende Besucher an.

Als Barthl (Friedrich von Thun) nach 23 Jahren eine Postkarte von seiner einst entschwundenen Tochter bekommt, wird er fast noch einmal so wütend wie damals, als die Tochter im Zorn entschwand. Die bereits vor elf Tagen aufgegebene Postkarte wurde im Postladen verschlampt, ein Treffen nach all der Zeit ist damit zunächst unmöglich. Zugleich kündigt sich auf dem Fuchsbichlerhof ein älteres Ehepaar an, dessen Gebaren Sophie (Aglaia Szyszkowitz) stutzig macht. Ihre Befürchtungen bestätigen sich, als sie im Fremdenzimmer einen Abschiedsbrief findet - sollten die beiden am Ende gar lebensmüde sein?

"Schwein gehabt", der siebte Film aus der ARD-Reihe "Zimmer mit Stall" (Regie: Michaela Kezele), befreit sich von den üblichen Handlungsquerelen um den zum Berghotel umgewandelten Bauernhof. Seit 2018 läuft die Filmreihe nun im Ersten.

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Casting zu Shakespeares "Romeo und Julia"

Während sich Barthl nach Sophies Zureden auf die Suche nach seiner Tochter macht und sie denn auch bei einem nahe gelegenen Naturschutzprojekt findet, versucht Sophie den Hamburger Gästen, das in Zweifel gezogene Leben schmackhaft zu machen. Der Altersmelancholie setzt sie eine gehörige Ladung Lebensfreude entgegen. Den Rest übernimmt Constanze, ein von Sophies Tochter herbeigeschlepptes braunes Ferkel. Über so ein Schwein und das Glück lässt sich ja von allen Beteiligten viel philosophieren, zudem findet im Wirtshaus gerade ein Laien-Casting zu Shakespeares "Romeo und Julia" statt.

Das Drehbuch der sonst etwas gebastelt wirkenden Heimatreihe (Philipp Weinges) ist diesmal aus einem Guss und ohne aufgesetzte Sentimentalitäten. Der Barthl sieht endlich die Tochter wieder, die nach seiner väterlichen Besserwisserei damals entflohen war. In Bagdad wolle sie ein "Schutzschild gegen die amerikanischen Bomben" sein, hatte sie damals verkündet, war dann aber, wie sich herausstellt, in Indien in einer Sekte gelandet.

Brigitte Hobmeier scheint die Rolle der emanzipierten verlorenen Tochter auf den Leib geschrieben zu sein. Aber auch die anderen aus dem hochkarätigen Ensemble hatten offensichtlich bei den Dreharbeiten sehr viel Spaß, Christine Ostermayer und Hark Bohm erinnern augenzwinkernd noch einmal an ihre Theater- und Filmvergangenheit. Die Filmsonne lacht ausdauernd durch Türen und Fenster in die Stuben (Kamera: Peter von Haller) und trägt so auf ihre Weise zur Kinoqualität dieses "Freitagsfilms im Ersten" bei.

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